Neue Entdeckungsreise vom alten Amerika und seinen heiligen Schriften
John L. Sorenson
Einleitung
In den letzten Jahrzehnten haben Forschungsarbeiten in der amerikanischen Archäologie, Geographie, Kultur und Sprache enorm viele neue Erkenntnisse erbracht, die für Leser und Anhänger des Buches Mormon von großem Interesse sind und von denen frühere Leser des Buches nicht einmal zu träumen gewagt hätten. Die Qualität und Quantität der spezialisierten Studien mit Bezug auf das Buch Mormon sind heute so umfassend und tiefgehend, daß ein einzelner Mensch sich auf diesem Wissensgebiet gar nicht auf dem laufenden halten kann.
In den letzten fünfzig Jahren hat sich viel von dem, was frühere Generationen von den präkolumbianischen amerikanischen Kulturen wußten, überholt. Die Wissenschaften, die sich mit den alten Kulturen beschäftigen, haben einen gewaltigen Wandel vollzogen. In den ersten Jahrzehnten unseres Jahrhunderts galt die Wissenschaft noch als Suche nach und Entdeckung von beständigen, unwiderlegbaren Wahrheiten. Heute geben Wissenschaftler und Philosophen zu, daß schon das Wesen ihrer Arbeit erfordert, daß sie ihre Theorien und Daten regelmäßig neu untersuchen. [1] Karl Poppers Bezeichnung der Wissenschaft als „für immer provisorisch” [2] ist inzwischen allgemein akzeptiert. Obwohl wir also mittlerweile tausendmal mehr Informationen über die frühen Kulturen Amerikas haben, als vor nur einem hal
ben Jahrhundert zur Verfügung standen, sind selbst die besten Wissenschaftler heute viel weniger dogmatisch, wenn es um die Schilderung der Neuen Welt vor der Entdeckung durch die Europäer geht.
Auch manche Vorstellungen der Heiligen der Letzten Tage vom Buch Mormon haben sich geändert. Unser Glaube an die errettenden Grundsätze, die die Propheten von Nephi bis Moroni lehren, hat sich zwar nicht geändert, er ist eher gewachsen. Wenn es aber um heilige Schrift als Dokument aus alter Zeit geht, weiß der aufmerksame Leser, daß da viel mehr ist, als wir vermutet hatten. Mit M. Wells Jakeman, Hugh Nibley und Sidney B. Sperry fing die wachsende Zahl der Forscher, die Mitglieder der Kirche sind, in den späten vierziger Jahren an, manche dieser Details aufzudecken. [3] Ein klassisches Beispiel für diese neue Perspektive, die neuen Betrachtungsmöglichkeiten, ist John W. Welchs Entdeckung, daß die nahöstliche Stilform, genannt Chiasmus, im Buch Mormon verborgen war und von den Lesern fast 140 Jahre lang unbemerkt blieb - die Entdeckung ist erst fünfzehn Jahre alt. [4]
In den letzten Jahren haben andere Forscher im Buch Mormon unerwartete Fakten, Muster und Andeutungen gefunden, die bisher übersehen worden waren.
Viele Heilige der Letzten Tage haben
keinen Zugang zu Quellen, aus denen hervorgeht, wie die jüngste Forschung unseren Einblick in das Buch Mormon als Dokument aus alter Zeit verändert hat. Viele wissen auch nicht von einigen überraschenden Neuentdeckungen, die das Buch Mormon bestätigen und die durch die fortgeschrittenen Methoden der Wissenschaft möglich wurden. Dieser und der nachfolgende Artikel sollen anhand von ausgewählten Beispielen aufzeigen, wie manche Wissenschaftler, die Mitglieder der Kirche sind, das Buch Mormon angesichts der neuen Theorien und Entdeckungen zur Vergangenheit sehen. Diese Artikel sind nicht als Ausdruck der offiziellen Lehren der Kirche gedacht, sondern beruhen auf meinen eigenen Forschungen. Ich halte diese neuen Erkenntnisse durchaus der Betrachtung wert.
1. Teil
Archäologie und das Buch Mormon — diese Zusammenstellung genießt schon lange das Interesse der Heiligen der Letzten Tage. Wenn ein Vortrag zu diesem Thema angekündigt wird, zieht er immer eine stattliche Anzahl Zuhörer an. Leider sind Autoren und Vortragende manchmal nicht so gut über das Thema informiert, wie sie sein sollten. Gleiches ist von Kritikern der Kirche zu sagen, die sich gelegentlich dazu äußern.
Es geht dabei nicht um Ansichten oder Zeugnis, sondern um wissenschaftliche Forschung. Wenn das Buch Mormon mit den Funden der Archäologie und benachbarter Disziplinen verglichen wird, so ist das eine wissenschaftliche Betätigung. Wer sich daranbegibt, ob Heiliger der Letzten Tage oder nicht, muß sich an die herrschenden Regeln halten.
Ganz wesentlich ist, daß wir zunächst einmal das Wesen des Buches Mormon bestimmen und uns dann überlegen, welche Teile sich überhaupt mit wissenschaftlichen Entdeckungen vergleichen lassen. Dann müssen wir feststellen, was Archäologen und andere Wissenschaftler wirklich wissen und was für Bedingungen ihr Wissen einschränken. Beides müssen wir einer gründlichen Betrachtung unterziehen, ehe wir das Recht haben, auch nur die einfachsten Schlußfolgerungen zu ziehen.
Ein Problem mancher Heiliger der Letzten Tage ist, daß sie den eigentlichen BuchMormon-Text mit seiner traditionellen Auslegung verwechseln. Beispielsweise hören wir immer wieder, das Buch Mormon sei „die Geschichte der Indianer”. Dahinter steht eine Anzahl nicht untersuchter Annahmen — daß es sich um Geschichte im üblichen Sinn handele, nämlich einen systematischen, chronologischen Bericht der Hauptereignisse in der Vergangenheit eines Landes oder Gebiets, daß „die” Indianer eine einheitliche Bevölkerungsgruppe seien und daß die rund hundert Seiten Text im Buch Mormon, die historisches und kulturelles Material enthalten, die ganze Geschichte einer Hemisphäre erzählen könnten. Wenn derartige, nicht hinterfragte Annahmen getroffen werden, reagieren die Kritiker auf die gleiche Weise und
kritisieren nicht den alten Text selbst, sondern die darüber aufgestellten Behauptungen.
Das Ergebnis sind zahlreiche Angaben über das Buch Mormon, die durch irrelevante „Beweise”, unzuverlässige Logik und einander widersprechende Schlußfolgerungen überschattet sind. Viele Vergleiche, die von Heiligen der Letzten Tage angestellt werden, sind, sowohl was die Textanalyse als auch die archäologischen Fakten angeht, nicht genügend fundiert. Andererseits gehen die wenigen Berufsarchäologen, die sich an solche Vergleiche gewagt haben, in zweierlei Hinsicht fehl: Erstens gehen sie zu naiv an das Buch Mormon selbst heran, daran, was es aussagt und was nicht, und zweitens berücksichtigen sie die archäologischen Details aus dem richtigen Zeitabschnitt und in den wahrscheinlichsten Gebieten des alten Amerika nicht genügend. Eigentlich ist erst in den letzten paar Jahren genügend Forschungsarbeit geleistet worden, so daß ein zuverlässiges, plausibles Bild der Ereignisse und Charakteristika in der richtigen zeitlichen und räumlichen Einordnung aufgestellt werden konnte.
Wer das Buch Mormon studieren will, tut gut daran, seine Einstellung zu dem Buch durch die neuesten Erkenntnisse zu erweitern. Das läßt sich an Veröffentlichungen von B. H. Roberts, einem der hervorragendsten Denker, die die Kirche zu seiner Zeit hatte, veranschaulichen. In verschiedenen Veröffentlichungen, vornehmlich aus dem Jahre 1922, verglich er das Buch Mormon mit einem hundert Jahre alten Abenteuerroman unter dem Titel View of the Hebrews („Mit den Augen der Hebräer"), den der Geistliche Ethan Smith aus Neuengland geschrieben hatte. Manche Kritiker hatten gemeint, der Prophet Joseph Smith habe Smiths Roman als Grundlage für das Buch Mormon benutzt. B. H. Roberts studierte deshalb den Roman und die wissenschaftliche Literatur seiner Zeit über die frühen amerikanischen Völker und Kulturen und verglich sie mit dem Buch Mormon.
Leider hat sich inzwischen herausgestellt, daß die damaligen Annahmen in bezug auf die alten amerikanischen Kulturen auf unvollständigen und in manchen Fällen ungenauen Erkenntnissen basierten. B. H. Roberts ging beispielsweise, wie damals üblich, davon aus, daß es sich beim Buch Mormon um die Geschichte der ganzen westlichen Hemisphäre handelte. Es ist jetzt erwiesen, daß in beiderlei Hinsicht (wissenschaftliche Erkenntnisse und Analyse der technischen Aspekte des Buches Mormon) manche seiner Annahmen in bezug auf das Buch Mormon falsch waren.
Ähnliche Mängel weisen unter anderem auch die kritischen Arbeiten über das Buch Mormon auf, die zwei Archäologen, nämlich der verstorbene Robert Wauchope und Michael Coe vor bald zehn Jahren vorgelegt haben. [5] Diese beiden bedeutenden Wissenschaftler gründeten ihre Einstellung zum Buch Mormon auf die gleiche bedauerliche Annahme, das Buch Mormon handle von Ereignissen bei den Indianern in der ganzen Neuen Welt.
Ihre Schlußfolgerungen waren genauso fehlerhaft wie die mancher Heiliger der Letzten Tage.
Wenn das Buch Mormon also als alte Urkunde mit Erkenntnissen aus anderen Quellen xerglichen werden soll, müssen die Fakten aus der gleichen Zeit und von den gleichen Orten stammen. Es wäre beispielsweise nutzlos, die Paulusbriefe näher erläutern zu wollen, indem man davon ausginge, daß sie zur Zeit der jüdischen Gefangenschaft in Babylon geschrieben wurden. Wenn wir das Buch Mormon damit vergleichen wollen, was die Archäologen über die historischen Gegebenheiten im alten Amerika in Erfahrung gebracht haben, sind wir gleichermaßen verpflichtet, uns so weit wie möglich Klarheit über Ort und Zeit der Ereignisse zu verschaffen.
Wo haben die Nephiten und die Jarediten gelebt?
Mancher Leser meint, das Buch Mormon enthalte nicht genügend Informationen, daß man daraus geographische Rückschlüsse ziehen könne. Das Buch enthält aber genügend geographiebezogene Angaben. Wenn man sie, zusammen mit den sich aus ihnen ergebenden Rückschlüssen genau betrach
tet, stellt sich heraus, daß das Buch zu diesem Thema zahlreiche und sehr widerspruchsfreie Angaben macht.
Die Geographie läßt sich auf diesen wenigen Seiten nicht erschöpfend abhandeln. Viele, die sich in den letzten vierzig Jahren eingehend damit beschäftigt haben, sind aber zu sehr ähnlichen Schlußfolgerungen gekommen: 1. Die Ereignisse, von denen die nephitischen und die jareditischen Schreiber berichten, haben sich offensichtlich nur in einem sehr begrenzten Bereich des verheißenen Landes in der Neuen Welt zugetragen. 2. Es ist gegenwärtig nur eine Gegend in der westlichen Hemisphäre bekannt, die wohl dafür in Betracht käme. [6] Das sind sehr wichtige Punkte. Lange wurde leichterhand angenommen, die Ereignisse im Buch Mormon bezögen sich auf ganz Nord- und Südamerika. Die Geographie schien so offensichtlich – ein Kontinent im Norden, einer im Süden und dazwischen eine Landenge. Im Laufe der Zeit wurde diese These aber angesichts der neuen Erkenntnisse immer unhaltbarer. Bis Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts hatte die Forschung erbracht, daß zur Zeit der Entdeckung durch die Europäer in der Neuen Welt 1500 Sprachen gesprochen wurden. [7] Neue Erkenntnisse vom Wandel und von der Stabilität der Sprache schlossen aus, daß alle diese Sprachen vom Hebräischen abstammen konnten, das ja als die Sprache der Nephiten und Lamaniten gilt. Außerdem förderte die Archäologie eine verblüffende Vielfalt an Kulturen zutage und untermauerte die Vorstellung, daß auf dem amerikanischen Kontinent viele Gruppen gelebt haben.
Schon um die Jahrhundertwende fingen ein paar Heilige der Letzten Tage an, sich gründlicher anzusehen, was das Buch Mormon dazu zu sagen hatte. Sie fanden Aussagen, denen sie entnahmen, daß die jareditische und nephitische Geschichte sich auf viel begrenzterem Territorium abgespielt hat, als sie ursprünglich angenommen hatten. Dann veröffentlichten 1939 die Washburns eine detaillierte Analyse der Geographie im Buch Mormon, die streng nur von den eigenen Aussagen des Buches ausging und die Folgerichtigkeit dieser Aussagen aufzeigte. Seit der Veröffentlichung ihrer Arbeit, An Approach to the Study of the Book of Mormon Geography (Studie zur Geographie des Buches Mormon), haben Analysen noch mehr Angaben im Buch Mormon selbst erbracht, die darauf hindeuten, daß die Ereignisse in dem Buch sich in einem Gebiet abgespielt haben, das sich wohl eher in Hunderten statt in Tausenden Kilometern Länge und Breite messen läßt. [8]
Aufgrund meiner eigenen Forschungsarbeiten bin ich wie andere auch zu dem Ergebnis gelangt, daß wohl ein Gebiet in allen wichtigen Punkten dafür in Frage kommt, nämlich Mesoamerika. Das ist der bei den Archäologen gebräuchliche Name für den Teil von Zentral- und Südmexiko und dem nördlichen Mittelamerika, wo die höchsten Entwicklungsstufen der alten Kulturen gefunden worden sind. Im Buch Mormon steht beispielsweise, daß es im nephitisch-jareditischen Gebiet schon lange die Tradition schriftlicher Aufzeichnungen gab. In Mesoamerika sind über ein Dutzend Schriftsysteme bekannt, von denen manche, jedenfalls nach dem gegenwärtigen Stand der Forschung, zumindest auf den Anfang des ersten Jahrhunderts vor Christus zurückgehen. [9]
Allerdings haben wir bisher in ganz Amerika nirgendwo genügend zuverlässige Beweise dafür gefunden, daß vor der Ankunft der Europäer im sechzehnten Jahrhundert ein echtes Schrift-System und eine Büchertradition bestanden.
Außerdem können wir in Mesoamerika fast alle geograpischen und kulturellen Gegebenheiten finden, die im Buch Mormon geschildert werden — das Vorhandensein (oder Nichtvorhandensein) von Bergen, Ebenen, Flüssen, Gewässern in ihrer bestimmten Lage zueinander, Ruinen mit Daten, die mit der heiligen Schrift übereinstimmen, usw. [10]
Wenn wir das Land aus dem Buch Mormon in ein begrenztes Gebiet wie Mesoamerika verlegen, müssen wir natürlich manche lange gestellten Fragen, die für Leser des Buches Mormon von Interesse sind, in ein neues Licht rücken. Wie gelangten beispielsweise die Platten Nephis vom letzten Schlachtfeld „an der Landenge” dorthin, wo Joseph Smith sie in New York erhielt? Das Buch Mormon schweigt sich darüber aus. Eine Möglichkeit bietet sich gleich an: Moroni hätte den Bericht in seiner sechsunddreißigjährigen Wanderschaft zwischen der Ausrottung der Nephiten und seiner letzten Niederschrift auf den Platten selbst nach New York bringen können. (Siehe Mormon 6:6; Moroni 1:1-4; 10:1.) Oder er hat sie als auferstandenes Wesen dorthin gebracht. Wir wissen nur, daß, auf welchem Weg auch immer, die Platten 1827 in dem „Hügel von beträchtlicher Größe” beim Haus von Joseph Smiths Eltern in Palmyra, New York, lagen, wo Moroni ihm die heiligen Aufzeichnungen übergab.
Wenn erst einmal klar wird, daß die Geographie des Buches Mormon wohl nur ein begrenztes Gebiet einschließt, sehen wir die Fragen zu Sprache, Kultur, rassischer Zugehörigkeit und anderen „Problemen”, die Kritiker in bezug auf diese heilige Schrift aufwerfen, in ganz anderem Licht.
Wir wollen uns also hier im wesentlichen auf Funde aus dem mesoamerikanischen Gebiet konzentrieren und das Buch Mormon zusammen mit den besten verfügbaren Informationen über die dortige Kultur und Geographie betrachten.
Die Art der Aufzeichnungen
Ein weiterer wichtiger Gedanke in bezug auf das Buch Mormon ist, daß es eigentlich keine Geschichtsschreibung im heutigen Sinn darstellt. Es schildert nicht die Geschehnisse in einem bestimmten Gebiet, sondern ist eher wie das Alte Testament eine Art Familienchronik, die von Propheten unter Inspiration vom Herrn geschrieben wurde. Das Buch Mormon ist in wichtigen Punkten wie eine „Geschlechterchronik”. Es gibt ausgewählte Informationen über den Ursprung der Gruppe, darüber, warum sie von Gott erwählt wurde, schildert wichtige Ereignisse aus ihrem Leben, den Aufbau ihres Machtsystems und ihre Beziehungen zu anderen Gruppen. So kann die Familie, um die es geht, ihre Grenzen festlegen, ihre Macht untermauern, ihre Gesellschaftsstruktur stabilisieren und noch auf andere Weise der eigenen Sippe sagen: „Das sind wir.”
Die meisten historischen Dokumente alter Kulturen und Stämme, ob schriftlich oder mündlich überliefert, sind so gehalten. [12] Sie erheben keinen Anspruch darauf, umfassend oder systematisch darüber zu berichten, was in einem bestimmten Gebiet geschah. Die Sippe muß nicht einmal die Alleinherrschaft über das Gebiet gehabt haben (wie es bei Abraham der Fall war). Häufig war sie nur Teil des gesellschaftlichen Mosaiks, Seite an Seite mit anderen Gruppierungen, entweder innerhalb oder außerhalb der offiziellen Länder, die meist als der angemessene Gegenstand der Geschichtsschreibung betrachtet werden.
Der Bericht über die patriarchalische Zeit im Alten Testament stammt beispielsweise aus den Aufzeichnungen einer bestimmten Sippe und enthält demzufolge vorwiegend deren wichtigste historischen Ereignisse und die erhabenen Wahrheiten, die ihre Anführer von Gott erhalten haben. Da wird berichtet, wie Abraham aus dem nördlichen Mesopotamien fort nach Kanaan zog, dann nach Ägypten - wobei seine Familie in engem Kontakt mit anderen Völkern und Kulturen stand, die in den Aufzeichnungen meist ignoriert werden. Ur, Lot, Abimelech, Gomorra, die „fünf Könige”, und Melchisedek werden beiläufig erwähnt, gehören aber im Grunde nur zu den Kulissen, die den Bericht darüber, wie und warum Israel seinen Platz im gelobten Land erhielt, nur anschaulicher machen.
Die nephitischen und die jareditischen Aufzeichnungen sind genauso gehalten. Moroni, der letzte Schreiber aus der Sippe der Nephiten, beendete und vergrub die Aufzeichnungen nicht deshalb, weil um ihn herum keine Geschichte mehr „gemacht” wurde. (Siehe Mormon 8:1-9; Moroni 1:1-2.) Was geschah, gehörte einfach nicht mehr zur Geschichte seiner Sippe. (Natürlich gab es noch andere, wichtigere Gründe dafür, daß die Aufzeichnungen beendet und versiegelt wurden. Siehe Moroni 1:4; Titelblatt.) So wird auch klar, warum Mormons Auszug das Volk Zarahemla, die „Mulekiten”, wie wir sie nennen, fast völlig ignoriert, obwohl sie zahlreicher waren als die Nephiten. (Siehe Mosia 25:2-3.) Genausowenig Beachtung schenkte Ether den Usurpatoren, die seine Vorfahren eingekerkert und ihnen den Anspruch auf den Thron streitig gemacht hatten, die wohl aus einer anderen Sippe stammten; im Buch Ether sind nicht einmal ihre Namen genannt. (Siehe Ether 10:30-31; 11:17-19.) Für die Leute aus Jareds Sippe waren diese Namen einfach nicht wichtig.
Im großen und ganzen geht es in diesen Aufzeichnungen aus dem alten Amerika um das Schicksal der führenden Sippen, die auch als Schreiber fungierten. Andere werden manchmal erwähnt, aber nur weil sie als Kulisse das Hauptgeschehen bereichern. So ließen sich selbst jahrhundertelange Perioden ignorieren, und zwar zweifellos deshalb, weil wenig geschah, das für das Schicksal der Nachfahren Nephis beziehungsweise Jareds als wesentlich galt.
Die Grenzen der Archäologie
Im Buch Mormon geht es also nicht um Staaten im heutigen Sinn, sondern vielmehr um die herrschenden Sippen. Die herrschenden Sippen sind allerdings für die Archäologie nahezu unsichtbar. Weder die berühmte Hyksos-Dynastie in der Bronzezeit in Ägypten noch die vieldiskutierten Toltekenherrscher in Mexiko vor tausend Jahren können mehr als nur mutmaßlich mit den Ruinen in Zusammenhang gebracht werden. [13] Die Art der derzeit verfügbaren archäologischen, linguistischen und historischen Beweismittel zu Mesoamerika machen es schwierig, eine bestimmte Gruppe wie die Nachfahren Nephis, geschweige denn irgendwelche Einzelpersonen, zu identifizieren. Das gilt für die historische Erforschung aller alten Kulturen. Die Experten haben beispielsweise ihren Streit über die israelitischen Eroberer um Jericho zu Josuas Zeit und früher noch nicht beigelegt. [14] Kein Denkmal am Jordan zeigt an: „Hier ist Israel durchgezogen.” Es steht auch nirgendwo in Ägypten ein Schild, das die Lage des Landes Goschen angibt. Vielmehr sind wir gezwungen, nach Verhaltens- oder Siedlungsmustern zu suchen, die in irgendeinem Bezug zu etwas stehen können, wovon in der heiligen Schrift die Rede ist.
Die Deutung (z. B. „Die neue Art von Keramikgefäßen, die wir in dieser Schicht gefunden haben, muß das Eindringen der Hebräer kennzeichnen”) läßt sich aber nicht allein durch die „Fakten”, also das Vorhandensein des ausgegrabenen Materials allein, geben. Die Gelehrten stellen vielmehr die These auf, daß ein bestimmtes Dokument oder eine Überlieferung mit den materiellen Überresten übereinstimmt. Andere Wissenschaftler stimmen damit vielleicht gar nicht überein und griffen die These manchmal sogar heftig an. Der Popol Vuh, eine Sippenchronik aus dem Hochland Guatemalas, berichtet von der Invasion einer kleinen Kriegergruppe mit mexikanischen kulturellen Einflüssen, die etwa sechshundert Jahre vorher die Herrschaft über das Land übernommen hatte.
Die Maoris in Neuseeland leiten ihre Herkunft von einer kleinen Gruppe ab, die mit Kanus von Polynesien gekommen sein soll. Vage Bestätigungen gibt es zu beiden Überlieferungen; die Beweise sind allerdings nicht eindeutig, und regelmäßig bricht bei den Gelehrten wieder der Streit darüber aus.
Nehmen wir einmal an, wir können eine Reihe beweiskräftiger Parallelen zwischen dem, was das Buch Mormon vom Leben der Nephiten berichtet, und dem, was die gegenwärtige Forschung über das Leben in Mesoamerika in Erfahrung gebracht hat, beibringen. Dann befinden wir uns auf einer Ebene, nämlich der Plausibilität, mit denen, die sich mit historischen Fragen befassen, die nicht mit heiliger Schrift in Zusammenhang stehen.
Ist die Plausibilität nun ein akzeptables Bindeglied zwischen dem Buch-Mormon-Text und den greifbaren Überresten? Gewiß. Es ist die gleiche Verbindung, die bedeutende Archäologen schon seit Jahren zwischen anderen Texten und deren Umfeld herstellen. Das gilt besonders für die großartige Arbeit der letzten Jahre zur biblischen Geschichte.
Ein großer Teil des Lebens in früherer Zeit bleibt den Archäologen natürlich verborgen, weil es so schwierig ist, von Scherben, Steinfragmenten und zerfallenen Mauern auf Glaubensvorstellungen, Gesellschaftsstrukturen und Persönlichkeiten zu schließen. Und da die Archäologen nur einen Bruchteil allen Beweismaterials geborgen haben, das noch in der Erde liegt, stehen uns immer Überraschungen in bezug auf die Realität der Vergangenheit bevor. Selbst wenn das Studium der kulturellen Funde von anderer Seite her Unterstützung erhält - so von der historischen Sprachwissenschaft, der Inschriftenkunde, der biologischen Anthropologie, der botanischen Identifikation - gibt es doch noch keine Gewißheit. Deshalb muß jede Deutung archäologischer Funde stillschweigend mit dem Zusatz „bisher” und „anscheinend” versehen werden.
Die Archäologie hat also ihre natürlichen Grenzen, die die Archäologen zwingen, vernünftige, eher ungewisse Rückschlüsse zu ziehen, die auf den begrenzten, mehrdeutigen Fakten beruhen, die sie gefunden haben.
Michael Coe von der Yale University versucht beispielsweise, bestimmte Aztekengötter, deren Eigenschaften wir hauptsächlich von den Überlieferungen her kennen, die die Spanier im sechzehnten Jahrhundert aufgeschrieben haben, mit Olmekendarstellungen in Verbindung zu bringen, die 2500 Jahre älter sind und die seiner Meinung nach Gottheiten mit ähnlichen Eigenschaften wie bei den Aztekengöttern darstellen. [14] Sein Kollege George Kubier, dem die gleichen Informationen vorliegen, widerspricht ihm heftig. [15]
Selbst in einem Gebiet, das angeblich gründlich bekannt ist, nämlich dem antiken Judäa, gibt es sehr unterschiedliche Deutungen. Professor William F. Albright hat vor zwei Generationen den Ort Teil Lachisch als die Stadt „Lachfisch” identifiziert, die im Alten Testament im Zusammenhang mit der assyrischen und der babylonischen Invasion erwähnt wird. Er beruft sich auf einen überlieferten Bericht von Eusebius aus dem vierten Jahrhundert n. Chr., in dem Orte und Reisezeiten angegeben sind, die den fraglichen Ort als plausiblen Kandidaten für die Stadt aus dem Alten Testament erscheinen lassen. Professor Ahistrom von der University of Chicago stellt diese These in Frage. David Ussishkin von der Universität Tel Aviv, der jahrelang an dem Ort gearbeitet hat, räumt ein, daß die These zwar sehr theoretisch sei, aber seiner Meinung nach doch hohe Wahrscheinlichkeit habe. [16]
Manche Forscher, die sich mit dem Buch Mormon beschäftigen, meinen, die große Ruinenstätte Kaminaljuyu, ein Teil des heutigen Guatemala City, komme als die Stadt Nephi im Buch Mormon in Frage. Läßt sich die These beweisen? Natürlich nicht. Wenn wir uns aber mit der Plausibilität zufrieden-geben, halten wir uns an die Methoden des heute fortschrittlichsten archäologischen Denkens. Professor L. R. Binford vertritt sehr die Ansicht, daß angesichts von Mehrdeutigkeiten bei den archäologischen Funden der Archäologe die Alternativen gründlich gegeneinander abwägen und dann zu einem Urteil darüber kommen müsse, welches die wahrscheinlichste sei. Mit an-deren Worten: die Plausibilität wird nach archäologischen Begriffen zum Kriterium für die Beurteilung der Richtigkeit einer Aussage. [17]
Mehr ist nicht möglich. Schließlich bleibt die Wissenschaft, ganz zu schweigen von der Geschichtsschreibung, „für immer provisorisch”, wie uns Popper versichert. Er fügt hinzu: „Nur in unserer subjektiven Überzeugung, unserem subjektiven Glauben können wir ,absolut sicher' sein.” [18]
Die Wissenschaft hat kein Aquivalent in diesem „subjektiven Glauben”; es ist allerdings jetzt interessant zu sehen, wie plausibel der nephitische Bericht im Licht des letzten halben Jahrhunderts fieberhafter Ausgrabungen aussieht.
Krieg
Ein gutes Beispiel für ein Thema, zu dem sich die Expertenmeinungen erstaunlich zugunsten des Buches Mormon geändert haben, ist der bewaffnete Konflikt. Noch bis vor kurzem war das vorherrschende Bild von Mesoamerika das eines Landes, in dem auf dem Höhepunkt des klassischen Zeitalters nur friedliche Kulturen existierten, wovon die spektakulären Mayaund Teotituacän-Ruinen aus der Zeit von 300 bis 800 n. Chr. zeugen. [20] Von den Mayafürsten wurde angenommen, daß sie ihr Leben damit zubrachten, daß sie über die komplizierte Götterschar, die sie verehrten, friedlich meditierten, bemerkenswerte Kunstgegenstände betrachteten, mit ihrem Kalender philosophische Spiele spielten und sich sonst „wie die Griechen der Neuen Welt” verhielten. Man ging davon aus, daß der Militarismus erst nach 1000 n. Chr. in Mesoamerika eine wesentliche Rolle spielte.
In den fünfziger und sechziger Jahren drängten ein paar Stimmen - Armillas, Rands, Palerms [21] - darauf, dieses Bild zu revidieren, doch niemand hörte auf sie. Die große Wandlung kam 1970 mit der Arbeit der Tulane University in Becan auf der Halbinsel Yucatan.
Der Mittelpunkt der Ausgrabungsstätte ist von einem Graben umgeben, dessen Umfang fast zwei Kilometer mißt und der durchschnittlich 16 Meter breit ist. Dabei war die Erde auf der Innenseite des Grabens so aufgeworfen worden, daß auf der Innenseite des Grabens ein schmaler erhöhter Streifen entstand. David Webster schildert die militärische Wirkung dieses Streifens folgendermaßen:
„Von außen ,bergauf' zu werfen ist nahezu unmöglich. Die Verteidiger dagegen, die vielleicht noch durch einen Palisadenzaun abgeschirmt waren, konnten weitreichende Geschosse auf den herannahenden Feind herabregnen lassen, indem sie Speerwerfer und Schleudern einsetzten.” [22]
Das klingt fast wie eine Wiedergabe von Alma 49:18-20. Der spanische Eroberer Cortes hatte allerdings ähnlich befestigte Orte gesehen, als er um 1520 durch die Wälder zwischen Tabasco, Mexiko und Honduras vordrang. War Becan bloß einer dieser späten, unbedeutenden Orte aus der Zeit lange nach dem Buch Mormon? Webster ermittelte, daß der Graben und Wall von Becan etwa zwischen 150 und 450 n. Chr. errichtet wurden, was auch die Zeit einschließt, in der Mormon und Moroni lebten und kämpften. [23]
Seitdem sind zahllose neue Funde gemacht worden. Über hundert befestigte Orte sind jetzt bekannt. Ray Mathenys Arbeit in Edzna förderte eine große Festung zutage, um die ein Graben gezogen war und die auf die Zeit Christi datiert wurde. [24] Loma Torremote im Tal von Mexiko war eine palisadenbewehrte Siedlung oben auf einem Hügel aus der Zeit um 400 v. Chr. [25] Ein Teil der drei Kilometer langen Verteidigungsmauern am berühmten Monte Alban wird auf vor 200 v. Chr. datiert. [26] Der Kern von Los Naranjos in Westhonduras war irgendwann zwischen 1000 und 500 v. Chr. völlig von einem großen Graben umgeben. [27] Außer den Orten selbst sind graphische Kunst, Waffenüberreste und Kriegerstatuetten aus vielen verschiedenen Perioden gefunden worden, dazu auch Steinmauern. (Vgl. Alma 48:8.) [28] Und der öffentliche Schädelständer (aztekisch tzompantli), den die Azteken zur Zeit der Eroberung benutzten, um potentielle Rebellen gegen ihre Militärherrschaft einzuschüchtern, ist jetzt im Tal Oaxaca gefunden worden; er wird auf die Zeit vor Christus datiert. [29]
Es wird immer offensichtlicher, daß die Kriegsführung, wie sie bei der Ankunft der Europäer üblich war, auf die ganz frühe Geschichte Mesoamerikas zurückgeht. Dabei widersprachen noch vor zehn Jahren die meisten Veröffentlichungen über das frühe Leben in diesem Gebiet dieser Ansicht.
Die einschüchternde Wirkung überholter Ansichten wird an einem kürzlichen Vorfall deutlich. Einer meiner früheren Studenten schrieb mir etwas besorgt, weil sein Professor an einer Universität in den Oststaaten der USA ihm versichert hatte, Pfeil und Bogen, die im Buch Mormon mehrfach erwähnt werden, habe es in Mesoamerika erst 900 n. Chr. gegeben. Ich konnte ihm meinerseits versichern, daß in eine Tonscherbe aus Zentral-Mexiko ein Mann mit einer solchen Waffe eingekratzt ist. Die Scherbe wird auf rund achthundert Jahre vor dem „ anerkannten” Zeitpunkt datiert, den der Professor angegeben hatte. [30]
Die Schilderung der Befestigungsanlagen in Alma 48 bis 3 Nephi 3, die häufigen Schlachten, von denen in den jareditischen und nephitischen Aufzeichnungen die Rede ist, die Zahl der Verluste, viele der verwendeten Taktiken und Waffen und andere Informationen zu diesem Thema aus dem Buch Mormon erscheinen jetzt angesichts der jüngsten Entwicklung unserer Erkenntnisse von Mesoamerika sehr plausibel.
Bevölkerung
1560 schätzte Pater Bartolome de Las Casas, daß in den zwei Generationen nach der Entdeckung durch Kolumbus vierzig Millionen eingeborene Amerikaner „ungerecht und durch Tyrannei” in Neu-Spanien umgekommen waren. [31] In den dreißiger Jahren unseres Jahrhunderts errechnete der Anthropologe A. L. Kroeber die viel kleinere Zahl von 8,4 Millionen für die Gesamtbevölkerung der Hemisphäre bei der Ankunft der Europäer. [32] Diese Extreme zeigen auf, wie schwierig es ist, für die prä-europäische Bevölkerung genaue Zahlen zu ermitteln. Oft spiegelt die Schätzung der Bevölkerungszahlen die Zeit derer wider, die sie aufstellen. Kroebers Zahlen sind sicher vom Pessimismus der Weltwirtschaftskrise beeinflußt, die sich auch auf Historiker, Anthropologen und andere Wissenschaftler auswirkte. Im Aufschwung von 1966 dagegen ließ sich Henry Dobyn bei der Auswertung der Daten zu der Folgerung bewegen, daß um 1500 in Amerika neunzig Millionen Eingeborene lebten, über vierzig Millionen davon allein in Mexiko und Mittelamerika. [33]
Die Bevölkerungsstudien beruhten natürlich nicht auf Spekulation oder Launendes Deuters. In dem Maß, wie eine gründlichere Untersuchung der historischen und archäologischen Quellen erfolgt und die Spezialisten aneinander Kritik üben, bekommt man die wirklichen Zahlen allmählich besser in den Griff. William Denevans Buch von 1976, The Native Population of the Americas in 1492 („Die eingeborene Bevölkerung Nord- und Südamerikas 1492"), wog alle Argumente gegeneinander ab. Seine geschätzte Gesamtzahl von 57 Millionen für die Hemisphäre scheint ziemlich sicher. Er kam zu dem Schluß, daß in Mexiko und Mittelamerika rund 27 Millionen Menschen lebten. [34] Laut Fernando de Al-va Ixtlilxochitl, der für seine Geschichte Zentral-Mexikos nach der Eroberung einheimische Quellen heranzog, führten die „Tolteken” des zehnten Jahrhunderts außerdem Kriege mit Streitkräften, die in die Millionen gingen, und hatten über 5,6 Millionen Tote. [35] Diese Zahlen mögen vielleicht übertrieben sein, sie liegen aber durchaus noch im Bereich des Möglichen. Das gilt auch für die 230000 toten Krieger bei den Nephiten sechshundert Jahre früher. (Siehe Mormon 6:10-15.)
Die mesoamerikanischen Bevölkerungszahlen, die die Demographen noch vor Jahrzehnten aufgestellt haben, ließen sich nicht mit den Aussagen im Buch Mormon vereinbaren, wonach in den letzten Kriegen der Jarediten und der Nephiten Millionen von Menschen umkamen. Jetzt zeigt die Analyse der. Daten zum bewohnten Land, zur Ökologie, zur Größe der Siedlungen, zu den Verlusten im Krieg und anderen bevölkerungsbezogenen Faktoren im Buch Mormon auffallende Kongruenz und Realismus in den gemeldeten demographischen Veränderungen. Dazu bewegen sich die absoluten Zahlen in dem Buch in der gleichen Größenordnung wie die Zahlen, die die derzeitige Forschung zu Mesoamerika angibt.
Metallbearbeitung
Anachronismen: Metallplatten im Buch Mormon und Stahl im Buch Mormon
Kritiker sehen konkrete Gegenstände, die im Buch Mormon genannt sind und für die es im alten Amerika keine bekannten Parallelen gibt, als besonderes Problem an. Allerdings legen sowohl Kritiker als auch Verteidiger zu diesem Thema wenig Sachkunde an den Tag, sowohl was den Schrifttext als auch was die vergleichbaren kulturellen Daten zur rechten Zeit und am rechten Ort betrifft.
Viele Jahre gingen die mesoamerikanischen Wissenschaftler davon aus, daß Metallbearbeitung in diesem Gebiet erst nach dem Ende des klassischen Zeitalters, also um 900 n. Chr., bekannt war. Im Buch Mormon dagegen steht, daß die Nephiten fast von Beginn ihrer Geschichte an Eisen, Kupfer, Messing, Stahl, Gold und Silber benutzten (siehe 2. Nephi 5:15) und daß die Jarediten über tausend Jahre früher schon Gold, Silber und andere Metalle kannten. Allerdings rücken auch hier neue Daten und Deutungen das Buch Mormon in ein besseres Licht.
Die meisten Gebrauchsgegenstände aus Metall in Mesoamerika gehören zu den Jahrhunderten unmittelbar vor der spanischen Eroberung. Schon damals gab es in dem Gebiet keine großen Metallvorkommen, deshalb wurden die früheren Gegenstände wahrscheinlich immer wieder verwendet oder aber eingeschmolzen und neu gegossen. Natürlich lagerten Gegenstände von solchem Wert dann nicht dort, wo die Archäologen sie hätten finden können. Die Metallgegenstände, die gefunden worden sind, sind im allgemeinen klein, oder es handelt sich um Beigaben in Gräbern oder an Kultstätten.
Daß jetzt rund ein Dutzend solcher Metallgegenstände aus der Zeit vor 900 n. Chr. gefunden worden sind, die bis auf die Zeit um 100 v.Chr. zurückgehen, gibt uns die Gewißheit, daß diese Leute die Metallbearbeitung kannten. Zweifellos waren Metallgegenstände aber zu allen Zeiten relativ selten und ziemlich kostbar. Patterson nimmt an, daß das vergleichsweise seltene Vorkommen von Metall in präkolumbianischer Zeit mit der beschränkten Technologie zu tun hatte, die den Erzabbau erschwerte. [36]
Es ist trotzdem verblüffend, daß wir nicht mehr Beweise für Metallbearbeitung finden als die wenigen bisher bekannten Stücke. Wir wissen, daß die Peruaner schon bald nach 2000 v.Chr. einfache Metallbearbeitungstechniken kannten. [37] Da allgemein angenommen wird, daß Peru und Mesoamerika in Verbindung standen, wäre es doch überraschend, wenn eine so wertvolle kulturelle Errungenschaft wie das Metall nicht weitergegeben worden wäre. [38]
Auch wenn man die Möglichkeit einer transozeanischen Einführung der Metallbearbeitung außer acht läßt, lassen die peruanischen Kenntnisse doch sehr darauf schließen, daß sich die orthodoxe Archäologie hier im Irrtum befindet und die mesoamerikanischen Völker tatsächlich mehr von dieser Technologie wußten, als es bisher den Anschein hat.
Sprachforschungen unterstützen die These von der frühen Metallbearbeitung in Mesoamerika. Seit vielen Jahren vergleichen die Linguisten die überlebenden verwandten Sprachen, um die Ursprachen zu rekonstruieren. Professor Longacre und Professor Millon haben das Ur-Mixtecanisch rekonstruiert, das im Staat Oaxaca in Mexiko und in den umliegenden Gebieten gesprochen wurde. Ein Wort für Metall (oder zumindest für Metallglocke) scheint nach ihren Unterlagen um 1000 v. Chr. in Gebrauch gewesen zu sein. [39]
Kaufmans Studium der Tzeltal-Tzotzil-Sprachen hat erbracht, daß im Maya-Gebiet ein weiteres Wort für Metall bis auf 500 n. Chr. zurückgeht; die gleiche Wurzel findet sich aber auch im Huastecischen, einer Maya-Sprache, die sich vermutlich um 2000 v. Chr. von der Hauptsprache abgespalten hat. [40] Cambell und Kaufman haben inzwischen in einer sehr einflußreichen Studie zum Ur-Mixe-Zoqueanisch recht schlüssig aufgezeigt, daß dies die Hauptsprache der Olmekenkultur war. Auch in dieser Sprache haben sie ein
Wort für Metall gefunden, das ihrer Meinung nach nicht später als 1500 v.Chr. entstanden ist. [41]
Die historische Sprachwissenschaft weist also nach, daß Metall in den drei wichtigsten Sprachfamilien des frühen Mesoamerika schon weit vor 1000 v. Chr. bekannt und vermutlich auch in Gebrauch war. Wir können zuversichtlich sein, daß die Archäologen noch Metallfunde machen, so selten sie auch sein mögen, die die gegenwärtigen Lücken füllen.
Im Buch Mormon wird unter anderem das Metall Siff genannt. (Siehe Mosia 11:8.) Es gibt verschiedene mögliche hebräische Ableitungen dieses Wortes, entweder mit der Bedeutung „glänzend” oder „legiert”. Wenn man von den mesoamerikanischen Funden ausgeht, ist vielleicht Tumbaga die logischste Möglichkeit. [42] Diese Legierung aus Kupfer und Gold war in Kolumbien und Zentralamerika weit verbreitet, ist aber auch an Maya-Stätten gefunden worden. [43] Eine andere Möglichkeit wäre die außergewöhnliche Kupfer-Zinn-Legierung, die Rubin de la Borbolla, Caley und Easby in West-Mexiko entdeckt haben. [44] Bei dem Siff kann es sich auch um Zinn allein gehandelt haben. Die heutige Wissenschaft neigt
zu der Annahme, daß alle möglichen Legierungen bekannt sind und daß etwas Neues, wie zum Beispiel Siff, nicht mehr zu entdecken ist.
Ein Parallelfall macht uns bewußt, daß es aber noch immer Probleme physikalischer Analyse und Benennung zu lösen gibt. In mittelalterlichen russischen Quellen kommt ein Metall namens Charsin vor. Es ist erst in letzter Zeit durch aufmerksames Lesen der Dokumente versuchsweise als eine inländische Substanz aus Arsen und Antimon identifiziert worden; die Gelehrten hatten früher angenommen, bei dem Charsin handle es sich um Messing. [45]
Wie in dem Parallelfall kritisierten Caley und Easby die mesoamerikanischen Archäologen, weil sie sich so „starrsinnig weigerten, sich den Tatsachen zu stellen”, was den Abbau, das Einschmelzen und den Gebrauch von Zinn zu prä-kolumbianischen Zeiten betraf. Die Archäologen hatten schon das Vorhandensein dieses Metalls in prä-spanischer Zeit geleugnet. [46]
Mittlerweile hat Craddock einen weiteren Irrtum in bezug auf den früheren Gebrauch von Metall im Mittelmeer korrigiert; er hat nämlich anhand neuer Analysen aufgezeigt, daß Messing, die Kupfer-Zink-Legierung, schon in griechischer und etruskischer Zeit verwendet wurde, also in Lehis Zeit. [47] Die Standardtheorie war jahrelang gewesen, daß Zink und die bewußte Legierung daraus erst im 18. Jahrhundert in Europa bekannt wurde. Diese Ansicht hatte die „Messingplatten” problematisch gemacht; jetzt erscheint es aber ganz plausibel, daß sie aus Messing bestanden, wie es im Buch Mormon heißt.
Es geht bei all diesen Fragen um „Wissen”. Wir wissen im Augenblick noch nicht, was Siff ist. Für wie voll-ständig die Metallurgen und Archäologen ihre Daten jetzt auch halten, wir können sicher sein, daß mit neuem Studium auch mehr Licht auf die Sache fällt, das heißt, wenn die chemische Beschaffenheit bereits vorhandener Funde untersucht wird, wenn neue Funde gemacht werden, wenn sich die Metallterminologie weiterentwickelt usw. Wir hätten beispielsweise gern eine gründlichere Analyse des Inhalts eines Keramikgefäßes, das vor vielen Jahren von dem schwedischen Archäologen Sigvald Linne in Teotihuacan, Mexiko,
ausgegraben wurde und auf 300-400 n.Chr. datiert wird. Es enthält eine „metallisch aussehende” Masse, die Kupfer und Eisen enthielt. [48]
Gleichzeitig muß ein interessierter Heiliger der Letzten Tage das Buch Mormon gründlich studieren, um jede Aussage und Andeutung in bezug auf Metall zu analysieren und zu den anderen in Bezug zu setzen. Erst dann ist ein ordentlicher Vergleich möglich. Das „Metallproblem” im Buch Mormon ist der Lösung allerdings schon ein gutes Stück nähergerückt.
Im weiteren Sinn soll dieser Artikel die Forschung als fortlaufenden, offenen Prozeß darstellen. Weder der Leser, der Heiliger der Letzten Tage ist, noch der professionelle Archäologe und seine Mitarbeiter tun gut daran, sich mit dem gegenwärtigen Stand zu begnügen. Der Heilige der Letzten Tage, der über eine oberflächliche Behandlung der „Beweise” hinauskommen will, muß Fertigkeiten erlernen und nach neuen Möglichkeiten suchen, einen alten Text zu sehen. Die Archäologen täten gut daran, zu lernen, daß ein Dokument aus früherer Zeit zwar unbekannte religiöse Thesen enthalten, dabei aber doch einen neuen Einblick in die materiellen Überbleibsel seiner Zeit enthalten kann. Sowohl für den Heiligen der Letzten Tage als auch für den Archäologen ist es sehr unproduktiv, die Arbeit des anderen zu ignorieren. Auf beiden Seiten ist eine aufnahmebereite Haltung am vernünftigsten. (Fortsetzung folgt)
Literaturhinweise
[1] Thomas Kuhn, The Structure of Scientific Revolutions, 1962.
[2] Karl R. Popper, The Logic of Scientific Discovery, 1959, Seite 280: „Das alte wissenschaftliche Ideal des Epistems - des absolut sicheren beweis-baren Wissens - hat sich als Trugschluß herausgestellt. Die Forderung nach wissenschaftlicher Objektivität macht es unausweichlich, daß jede wissenschaftliche Aussage für immer provisorisch bleiben muß. Sie kann natürlich bestätigt werden, doch bezieht sich jede Bestätigung wieder auf eine andere Aussage, die ihrerseits provisorisch ist. Nur in unserer subjektiven Überzeugung, in unserem subjektiven
Glauben können wir ,absolut sicher' sein.” (Hervorhebung im Original.)
[3] M. Wells Jakeman, „The Ancient Middle-American Calendar System: Its Origin and Development”, Brigham Young Lltiversity (BYU) Publications in Archaeology and Early History, Nr. 1, 1947; Hugh Nibley, „The Book of Mormon as a Mirror of the East”, Improvement Era 51, 1948, Seite 202ff., 249f.; Sidney B. Sperry, Our Book of Mormon, 1947.
[4] John W. Welch, „A Study Relating Chiasmus in the Book of Mormon to Chiasmus in the Old Testament, Uraritic Epics, Homer and Selected Greek and Latin Authors”, Magisterarbeit, Brigham-Young-Universität, 1970; John W. Welch Hg. Chiasmus in Antiquity, 1981.
[5] Robert Wauchope, Lost Tribes and Sunken Continents, 1962. Michael D. Coe, „Mormons and Archaeology: An Outside View”, Dialogue 8, 1973, Seite 40-48.
[6] Bis auf Abweichungen im Detail gehören die folgenden zu denen, die ähnliche Schlußfolgerungen aufgestellt haben; in chronologischer Ordnung: J. A. und J. N. Washbourn, An Approach to the Study of Book of Mormon Geography, 1939; M. Wells Jakeman in Vorlesungen an der BYU und in öffentlichen Vorträgen spätestens ab 1946; Thomas Stuart Ferguson, Cumorah - Where?, Independence, 1974; Milton R. Hunter und Thomas Stuart Ferguson, Ancient America and the Book of Mormon, 1950; Ross T. Christensen, „The Present Status of Book of Mormon Archaeology: Part 2”, Millennial Star, Okt. 1952, Seite 234ff.; John F. Sorenson, „Where in die World? Views on Book of Mormon Geography”, 1955; V. Garth Morman, „Book-of-Mormon Geography Study on the Narrow Neck of Land Region”, 1966; Sidney B. Sperry, Book of Mormon Compendium, 1968, Seite 447-451; Hugh Nibley, „The Book of Mormon and the Ruins”, Foundation for Ancient Research and Mormon Studies, Nibley Archive Reprint 1980, Seite 2; David A. Palmer, In Search of Cumorah: New Evidences for the Book of Mormon from Ancient Mexico, 1981.
[7] Zum Beispiel: Norman A. McQuown, „Indigenous Languages of Native America”, American Anthropologist 57, 1955, Seite 501-570.
[8] Die Schriftstellen, aus denen sich
auf eine mögliche Eingrenzung des Landes der Nephiten (und Jarediten) schließen läßt, sind schon von vielen Wissenschaftlern behandelt worden. Ein Beispiel sind die späteren Veröffentlichungen von Sidney B. Sperry, der lange an der Brigham-Young-Universität Professor für heilige Schrift war und häufig die Bedeutung solcher Schriftstellen wie der folgen-den erörterte: Omni 1:20-21; Mosia 8:7-12 mit Alma 22:30-32; Mormon 1-5; Ether 9:3; Ether 14 und 15. Siehe auch J. Nile Washburn, Book of Mormon Lands and Times, 1974, Seite 205-217, 283ff.; Ferguson, 1947, Palmer, 1981, in Literaturhinweis [6] angegeben.
[9] Michael D. Doe, „Early Steps in the Evolution of Maya Writing”, Origins of Religious Art and Iconography in Preclassic Mesoamerica, 1976,
Seite 110f.
[10] Siehe zusätzlich zu den in den Literaturhinweisen [6] und [8] angegebenen Quellen John L. Sorenson, An Ancient America Setting of the Book of Mormon, im Druck befindlich.
[11] Man bedenke die folgende Argumentation: 1. Der Cumorah der Nephiten und der Rama der Jarediten waren derselbe Hügel (Ether 15:11). 2. Dieses Gebiet, das mit Knochen bedeckt war (Omni 1:22; Mosia 8:8; 21:26-27 usw.) und das ein „Land mit vielen Wassern, Flüssen und Quellen” war (Mormon 6:4; Ether 15:8), lag im Land Verwüstung, das an der Landenge an das Land Überfluß grenzte (Alma 22:29-32). 3. In Mormon 3 bis 6 wird deutlich, daß die letzten Kriege der Nephiten örtlich begrenzt waren und hauptsächlich um die Stadt Verwüstung herum stattfanden, die im Land Verwüstung lag, und zwar „am engen Durchgang, der in das Land südwärts führte” (Mormon 3:5,7). 4. Demzufolge lag also Cumorah, das letzte Schlachtfeld der Nephiten und Lamaniten, an der Landenge.
[12] I. M. Lewis, „Force and Fission in Northern Somali Lineage Structure”, American Anthropologist 63, 1961, Seite 109; F. Barth „Segmentary Opposition and the Theory of Games: A Study of Pathan Organization”, Journal of the Royal Anthropological Institute 89, 1959, Seite 7; W. F. Albright, Yahweh and the Gods of Canaan: A Historical Analysis of Two Contrasting Faiths, London, 1968, Seite 82; Nigel
Davies, „The Aztec Concept of History: Rula and Theotihuacan”, Referat anläßlich des 44. Internationalen Kongresses der Amerikanisten, 1982.
[13] William F. Albright, The Archaeology of Palestine, Harmondsworth, 1949, Seite 85ff.; Richard A. Diehl, „Tula”, Supplement to the Handbook of Middle American Indians, Band 1, Archaeology, 1981, Seite 291.
[14] Kathleen M. Kenyon, The Bible and Recent Archaeology, 1978, Seite 33-43.
[15] Michael D. Coe, Mexico, 2. Auflage, 1977, Seite 86.
[16] George Kubler, „The Iconography of the Art of Teotihuacan”, Dumbarton Oaks Studies in Pre-Columbian Art and Archaeology, Nr. 4, 1967, Seite 11.
[17] Der Streit über die Identifizierung wurde in einer Vorlesung von Ussishkin an der Brigham-Young-Universität im Februar 1982 rekapituliert.
[18] Lewis R. Binford, „Reply”, Current Anthropology 24, Juni 1983, Seite 373.
[19] Siehe Literaturhinweis [2].
[20] David L. Webster. Defensive Earthworks at Becan, Campeche, Mexico: Implications for Maya Warfare, Tulane University, Middle American Research Institute, Publication 41, Seite 108.
[21] Angel Palerm, „Notas sobre las Contrucciones Militares y la Guerra en Mesoamerica”, Anales des Instituto Nacional de Anthropologia e Historia (Mexiko) 7, 1956, Seite 123-134; Pedro Armillas, „Mesoamerica Fortifications”, Antiquity 25, 1951, Seite 77-86; Robert L. Rands, Some Evidences of Warfare in Classic Maya Art, Dissertation an der Columbia University, 1952 (University Microfilms Doctoral Dissertation Series No. 4233, 1952.)
[22] Webster, Seite 96.
[23] Ebd., Seite 87.
[24] Ray R. Matheny, Deanne L. Gurr, Donald W. Forsyth und F. Richard Hauck, Investigations at Edzna, Campeche, Mexico, Band 1, Teil 1: The Hydraulic System (Brigham Young University, New World Archaeological Foundation, Paper 46, 1983, Seite 169-191).
[25] „Current Research”, American Antiquity 45, 1980, Seite 622.
[26] Richard E. Blanton und Stephan A. Kowalewski, „Monte Alban' and after in the Valley of Oaxaca”,
Supplement to the Handbook of Middle American Indians, Band 1, Archaeology, 1981, Seite 100.
[27] Claude F. Baudez und Pierre Becquelin, Etudes Mesoamericaines, Band 2, Archeo'logie de los Naranjos, Mexico: Mission Archeologique et Ethnologique Franfaise au Mexique, 1973), Seite 3f.
[28] Palerm, Seite 129; Webster, Seite 98.
[29] Charles S. Spencer und Elsa M. Redmond, „Formative and Classic Developments in the Cuicatlan Canada: A Preliminary Report”, Prehistoric Social, Political, and Economic Development in the Area of the Tehuacan Valley: Some Results of the Palo Blanco Project, University of Michigan, Museum of Anthropology Technical Reports, Nr. 11 (Research Reports in Archaeology, Contribution 6), 1979, Seite 211.
[30] Florencia Muler, „Instrumental y Armas”, in Sociedad Mexicana de Anthropologia, Teotihuacan, Teotihuacan: Onceava Mesa Redonda, 1966, Seite 231.
[31] Henry F. Dobyns, „Estimating Aboriginal American Population: An Appraisal of Techniques with a New Hemispheric Estimate”, Current Anthropology 7, 1966, Seite 396.
[32] Ebd., Seite 396.
[33] Ebd., Seite 416.
[34] William M. Denevan Hg., The Native Population of the Americas in 1492, 1976, Seite 289ff.
[35] Milton R. Hunter und Thomas S. Ferguson, Ancient America and the Book of Mormon, 1950, Seite 385.
[36] Clair C. Patterson, „Native Copper, Silver, and Gold Accessible to Early Metallurgists”, American Antiquity 36, 1971, Seite 331.
[37] J. W. Grossman, „An Ancient Gold Worker's Tool Kit: The Earliest Metal Technology in Peru”, Archaeology 25, 1972, Seite 270ff.; A. C. Paul-sen, „Prehistoric Trade between South Coastal Ecuador and Other Parts of the Andes”, Referat bei der 37. Jahreskonferenz der Society for American Archaeology, 1972.
[38] J. Charles Kelley and Carroll L. Riley Hg., Precolumbian Contact mithin Nuclear America, Southern Illinois University, Carbondale, Research Records of the University Museum, Mesoamerican Studies 4, 1969.
[39] R. E. Longacre and Rene Milton, „Proto-Mixtecan and Proto
Amuzgo-Mixtecan Vocabularies: A Preliminary Cultural Analysis”, Anthropological Linguistics 3, 1961, Seite 22.
[40] Terence Kaufman, „El Proto-Tzeltal-Tzotzil: Fonologia Comparada y Diccionario Reconstruido”, Universidad Nacional Autonoma de Mexico, Centro de Estudios Mayas, Cuadernos 5, 1972, Seite 118; Marcelo Alejandre, Cartilla Huasteca con su Gramatica, Diccionario y Vartas Reglas para Aprender el Idioma, Secretaria de Fomento, Mexico, 1899, Seite 84, 88; H. de Charency, „Les Noms des Metaux chez Diferents Peuples de la Nouvelle Espagne”, Congres International des Americanistes, Compte-Rendu, Paris 1890, 1892, Seite 539ff.
[41] Lyle Campbell und T. Kauf-man, „A Linguistic Look at the 01-mecs”, American Antiquity 41, 1976, Seite 80-89.
[42] Lesen Sie H. Putnam, „Were the Plates of Mormon of Tumbaga?”, Papers, 15th Annual Symposium an the Archaeology of the Scriptures, 1964, Seite 101ff. Zur Zeit erhältlich als Foundation for Ancient Research and Mormon Studies (FARMS) Reprint PUT-64 (P.0. Office Box 7113, University Station, Provo UT 84602, USA.)
[43] David M. Pendergast, „Tumbaga Object from the Early Classic Period, Found at Altun Ha, British Honduras (Belize)”, Science 168, 1970, Seite 116ff.
[44] R. R. Caley und D. T. Easby, jun., „New Evidence of Tin Smelting and the Use of Metallic Tin in Pre-Conquest Mexico”, 35a Congreso Internacional de Americanistas, Mexico, 1962, Actas y Memorias, Band 1, 1964, Seite 511.
[45] L. G. Alieva und A. M. Gasanova, „Das Problem des unbekannten Metalls Charsin in mittelalterlichen schriftlichen Quellen” (auf russisch), Doklady Akademija Nauk Azerbaidzanskoj SSR 37, Nr. 4, 1981, Seite 84ff.; englischer Auszug darauf in Art and Archaeology Technical Abstracts 19, 1982, Seite 111.
[46] Caley und Easby, Seite 507ff.
[47] P. T. Craddock, „Europe's Earliest Brass”, MASCA Journal 1, 1978, Seite 4f.
[48]Sigvald Linne, Mexican Highland Cultures, Ethnographical Museum of Sweden, Stockholm, Publication 7, 1942, Seite 142.
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