Heute spreche ich zu Ihnen über ein höchst wichtiges Thema. Als Mitglieder der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage glauben wir „an das Buch Mormon als das Wort Gottes”. Das hat Gott gesagt, ebenso auch seine Schreiber, seine Zeugen und ein jeder, der es gelesen und dem Gott persönlich offenbart hat, daß es wahr ist.
Im 20. Abschnitt des Buches ,Lehre und Bündnisse' sagt der Herr, daß er Joseph Smith „Kraft aus der Höhe [gegeben hat], um das Buch Mormon zu übersetzen. Dieses Buch enthält ... die Fülle des Evangeliums Jesu Christi . . . [Es] wurde durch göttliche Erleuchtung gegeben (2. Ne 33.10).”
Nephi, einer der Propheten und Schreiber des Buches Mormon, bezeugt, daß das Buch die Worte Christi enthält (LuB:20:8-10), und Moroni, der letzte Schreiber des Buches, bezeugt, daß „diese Dinge wahr sind (Moroni 7:3-5)”.
Derselbe Moroni hat als von Gott gesandter Engel in unseren Tagen drei Zeugen diese alten Aufzeichnungen gezeigt. Ihr Zeugnis davon steht vorn im Buch Mormon. Sie haben erklärt: „Wir wissen auch, daß sie durch die Gabe und Macht Gottes übersetzt wurden, denn seine Stimme hat es uns erklärt; daher wissen wir mit Bestimmtheit, daß dieses Werk die Wahrheit ist.”
Und Joseph Smith, der Prophet, das Werkzeug, das Gott gebraucht hat, um diesen Bericht zu übersetzen, hat bezeugt, „daß das Buch Mormon das fehlerfreieste Buch auf Erden und der Schlußstein unserer Religion sei und daß ein Mensch, der die Lehren dieses Buches befolge, dadurch näher zu Gott kommen könne als durch jedes andere Buch”.
Das Buch Mormon wurde für uns heute geschrieben. Gott ist der Urheber des Buches. Es ist ein Bericht eines alten Volkes, der zu unserem Nutzen von inspirierten Männern zusammengestellt wurde. Die Menschen damals haben das Buch nie gehabt — es war für uns bestimmt. Mormon, der Prophet in alter Zeit, nach dem das Buch benannt worden ist, kürzte die Aufzeichnungen ganzer Jahrhunderte. Gott, der das Ende von Anfang an kennt, sagte ihm, was er in seine Abkürzung hineinnehmen sollte, was wir in unserer Zeit brauchen würden. Mormon übergab die Berichte seinem Sohn Moroni, dem letzten Geschichtsschreiber; und Moroni, der vor über 1.500 Jahren seine Aufzeichnungen gemacht hat, hat folgendes, an uns gerichtet, geschrieben: „Siehe, ich spreche zu euch, als seiet ihr gegenwärtig, und doch seid ihr es nicht. Aber siehe, Jesus Christus hat euch mir gezeigt, und ich weiß, was ihr tut.(Mormon 8:35).”
Der Zweck des Buches Mormon wird auf der Titelseite zum Ausdruck gebracht. Er besteht darin, „die Juden und die Nichtjuden zu überzeugen, daß Jesus der Christus und der Ewige Gott ist”.
Nephi, der erste prophetische Schreiber des Buches Mormon, hat gesagt: „Denn meine Absicht ist einzig und allein, die Menschen zu bewegen, daß sie zum Gott Abrahams und Gott Isaaks und Gott Jakobs kommen und errettet werden.
Darum, was der Welt gefällt, schreibe ich nicht, sondern, was Gott gefällt und denen, die nicht von der Welt sind.
Darum werde ich meinen Nachkommen das Gebot geben, diese Platten nicht mit etwas anzufüllen, was für die Menschenkinder keinen Wert hat. (1. Nephi 6:4-6).”
Das Buch Mormon bringt die Menschen auf zweierlei Weise zu Christus. Erstens berichtet es klar und deutlich von Christus und seinem Evangelium. Es zeugt von seiner Göttlichkeit, der Notwendigkeit eines Erlösers und davon, daß wir unser Vertrauen auf ihn setzen müssen. Es zeugt vom Fall und dem Sühnopfer sowie vom ersten Grundsatz des Evangeliums, einschließlich davon, daß wir ein gebrochenes Herz und einen zerknirschten Geist sowie eine geistige Neugeburt dringend brauchen. Es verkündet, daß wir bis ans Ende in Rechtschaffenheit ausharren und das Leben eines Heiligen führen müssen.
Zweitens stellt das Buch Mormon die Feinde Christi bloß. Es verhindert Irrlehren und beseitigt Streit (Siehe 2. Nephi 3:12). Es stärkt die demütigen Nachfolger Christi gegen die gottlosen Pläne, Listen und Lehren des Teufels in unserer Zeit. Die Charakteristik der Abgefallenen im Buch Mormon ähnelt der der Abgefallenen unserer heutigen Zeit. Gott gestaltete in seiner allumfassenden Voraussicht das Buch Mormon so, damit wir den Irrtum sehen können und wissen, wie man falsche erzieherische, politische, religiöse und philosophische Ansichten unserer Zeit bekämpft.
Gott erwartet von uns, daß wir das Buch Mormon auf verschiedene Weise verwenden. Wir sollen es selbst gründlich und von Gebet begleitet lesen und beim Lesen darüber nachdenken, ob dies Buch das Werk Gottes oder das eines ungebildeten Jugendlichen ist. Und wenn wir dann zu Ende gelesen haben, ermahnt uns Moroni mit folgenden Worten, das Gelesene auf die Probe zu stellen:
„Und ich möchte euch ermahnen: Wenn ihr dieses hier empfangt, so fragt Gott, den Ewigen Vater, im Namen Christi, ob es wahr ist; und wenn ihr mit aufrichtigem Herzen, mit wirklichem Vorsatz fragt und Glauben an Christus habt, wird er euch durch die Macht des Heiligen Geistes kundtun, daß es wahr ist. (Moroni 10:4).” Ich habe getan, wozu Moroni aufgefordert hat, und ich kann Ihnen bezeugen, daß dieses Buch von Gott ist und daß es deshalb wirklich wahr ist.
Wir sollen das Buch Mormon als Grundlage für unseren Unterricht benutzen. In ,Lehre und Bündnisse', Abschnitt 42 spricht der Herr: „Die Ältesten, Priester und Lehrer dieser Kirche sollen die Grundsätze meines Evangeliums lehren, die in der Bibel und im Buch Mormon stehen, worin die Fülle des Evangeliums enthalten ist. (LuB 42:12).”
Beim Lesen und Unterrichten sollen wir die Aussagen des Buches Mormon auf uns beziehen, „damit wir davon dNutzen hätten und lernen könnten. (1. Nephi 19:23).
Wir sollen das Buch Mormon benutzen, wenn Einwände in bezug auf die Kirche gemacht werden. Gott der Vater und sein Sohn Jesus Christus offenbarten sich Joseph Smith in einer wunderbaren Vision. Nach diesem herrlichen Ereignis berichtete Joseph Smith einem Geistlichen davon. Joseph Smith war überrascht, als er den Geistlichen sagen hörte, daß es heutzutage keine Visionen und Offenbarungen mehr gebe, daß all so etwas aufgehört habe (Siehe Joseph Smith 1:21).
Diese Bemerkung steht für praktisch alle Einwände, die je sowohl von Außenstehenden als auch von schwach gewordenen Mitgliedern gegen die Kirche erhoben worden sind. Sie glauben nämlich nicht daran, daß Gott heutzutage der Kirche seinen Willen durch Propheten offenbart. Alle Einwände, ob sie sich nun auf die Abtreibung, die Vielehe, die Anbetung Gottes am siebten Tage usw. beziehen, drehen sich im Grunde genommen darum, ob Joseph Smith und seine Nachfolger Propheten Gottes waren und sind, die Offenbarung von Gott empfangen. Hier nun eine Methode, wie man mit den meisten Einwänden verfährt, indem man das Buch Mormon benützt:
Erstens: Verstehen Sie den Einwand.
Zweitens: Geben Sie die Antwort aus der Offenbarung.
Drittens: Zeigen Sie, inwiefern die Richtigkeit der Antwort tatsächlich davon abhängt, ob wir neuzeitliche Offenbarung durch neuzeitliche Propheten haben oder nicht.
Viertens: Erläutern Sie, daß die Frage, ob wir neuzeitliche Propheten und Offenbarung haben, tatsächlich davon abhängt, ob das Buch Mormon wahr ist oder nicht.
Deshalb ist die einzige Frage, die der, der Einwände erhebt, für sich lösen muß, die, ob das Buch Mormon wahr ist. Denn wenn das Buch Mormon wahr ist, dann ist Jesus der Christus, dann war Joseph Smith sein Prophet, dann ist die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage wahr und dann wird sie heute von einem Propheten geführt, der Offenbarung empfängt.
Unsere Hauptaufgabe besteht darin, das Evangelium zu verkünden, und dies wirksam zu tun. Wir sind nicht verpflichtet, auf jeden Einwand eine Antwort zu haben. Ein jeder kommt schließlich einmal in eine Situation, wo er auf der Grundlage des Glaubens eine Entscheidung treffen und Farbe bekennen muß. ,Und urteilt selbst, ob es nicht die Worte von Christus sind — denn Christus wird euch mit Macht und großer Herrlichkeit am letzten Tag zeigen, daß es seine Worte sind; und ihr und ich, wir werden von Angesicht zu Angesicht vor seinem Gericht stehen; und ihr werdet wissen, daß mir von ihm geboten worden ist, dieses hier niederzuschreiben, ungeachtet meiner Schwachheit.' (2. Nephi 33:11). „Jeder muß für sich selbst urteilen, ein wissender Gott läßt ihn Rechenschaft: ablegen.
Das Buch Mormon soll „als ein Banner für sein Volk, das Haus Israel” verwendet werden, sagt der Herr, und seine [des Buches] Worte „sollen bis an die Enden der Erde fortzischen (2. Nephi 29:2)”. Wir, die Mitglieder der Kirche, und besonders de Missionare müssen die „Zischer oder die Zeugen sein, die an allen Enden der Erde Zeugnis vom Buch Mormon ablegen.
Das Buch Mormon ist das große Banner, das wir benutzen sollen. Es zeigt, daß Joseph Smith ein Prophet war. Es enthält die Worte Christi. und seine große Mission ist es, Menschen zu Christus zu führen, und alles andere ist zweitrangig. Die goldene Frage des Buches Mormon lautet „Möchten Sie mehr von Christus erfahren?” Das Buch Mormon ist des große Hilfsmittel, den goldenen Untersucher zu finden. Es enthält nichts, was der Welt gefällt(1. Nephi 6:5), und deshalb sind weltlich gesinnte Menschen nickt daran interessiert. Es ist ein großes Sieb.
Ein jeder, der eifrig danach getrachtet hat, die Lehren des Buches Mormon zu verstehen, und der es gewissenhaft bei der Missonsarbet verwendet hat, weiß in seiner Seele. daß es das Instrument ist, das Gott den Missionaren gegeben hat, um .den Juden, Nichtjuden und Lamaniten von der, Wahrheit unserer Botschaft zu überzeugen.
Wir haben das Buch Mormon roch nicht so verwendet, wie wir es hätten tun sollen. Unsere Familien sind noch nicht so stark, wie sie es sein könnten, wenn wir es benutzten, um unsere Kinder zu Christus zu führen. Unsere Familien können durch weltliche Tendenzen und Lehren zugrunde gerichtet werden, wenn wir nicht wissen, wie wir das Buch verwenden können, um die Unwahrheiten im Sozialismus, in der Organischen Evolution, im Rationalismus, im Humanismus usw. aufzudecken und zu bekämpfen. Unsere Missionare sind erst dann erfolgreich, wenn sie mit ihm „fortzischen”. Gesellschaftlich, ethisch, kulturell oder bildungsmäßig Bekehrte werden die Hitze des Tages nicht überleben, wenn ihre Wurzeln nicht bis hinunter in die Fülle des Evangeliums reichen, die das Buch Mormon enthält. Unser Unterricht in der Kirche ist nicht genügend geisterfüllt, wenn wir es nicht als ein Banner aufpflanzen. Und unsere Nation wird auch weiterhin degenerieren, wenn wir die Worte des Gottes dieses Landes, Jesus Christus, nicht lesen und befolgen und wenn wir nicht damit aufhören, die geheimen Verbindungen zu festigen und zu unterstützen, die, wie es uns das Buch Mormon berichtet, sich als Ursache des Untergangs beider früherer amerikanischer Kulturen herausstellten.
Einige der frühen Missionare wurden, als sie nach Hause kamen, vom Herrn in Abschnitt 84 des Buches ,Lehre und Bündnisse' getadelt, weil sie das Buch Mormon leichtfertig behandelt hatten. Infolgedessen war ihr Geist verdunkelt worden. Der Herr sagte, daß eine derartige Behandlung des Buches Mormon die ganze Kirche, ja, alle Kinder Zions unter Verurteilung gebracht hatte. Und dann sprach der Herr: ,Und sie werden unter diesem Schuldspruch verbleiben, bis sie umkehren und sich an den neuen Bund erinnern, nämlich das Buch Mormon (LuB 84:54-57).` Sind wir immer noch unter dieser Verurteilung?
Das Lesen des Buches Mormon trägt sehr dazu bei, daß junge Männer davon überzeugt werden, daß sie auf Mission gehen sollen. Wir brauchen mehr Missionare. Doch brauchen wir auch Missionare, die besser vorbereitet aus solchen Gemeinden und Familien kommen, wo man das Buch Mormon kennt und liebt. Für die Missionare ist der Tag der Vorbereitung gekommen, denn sie müssen einer großen Aufgabe begegnen und mit dem Buch Mormon lehren. Wir brauchen Missionare, die unserer Botschaft ebenbürtig sind.
Schwerwiegende Folgen hängen von unserer Reaktion auf das Buch Mormon ab. „Und diejenigen, die es im Glauben annehmen und Rechtschaffenheit bewirken, werden eine Krone des ewigen Lebens empfangen, aber diejenigen, die ihr Herz in Unglauben verhärten und es verwerfen, denen wird sich das zu ihrer eigenen Schuldigsprechung wenden; denn der Herr, Gott, hat es gesagt,..." (LuB 20:14-16)"
Ist das Buch Mormon wahr? Ja. Für wen ist es? Für uns.
Was ist sein Zweck? Menschen zu Christus zu führen.
Wie bewerkstelligt es dies? Indem es von Christus Zeugnis ablegt und seine Feinde offenbart.
Wie sollen wir es verwenden? Wir sollen nach einer Gewißheit davon streben, daraus lehren, es als Banner hinstellen und es „hinauszischen”.
Haben wir das getan? Nicht so, wie wir es hätten tun sollen oder tun müssen.
Zieht unsere Reaktion auf dieses Buch ewige Folgen nach sich? Ja, entweder zu unserem Segen oder zu unserer Verurteilung.
Jeder Heilige der Letzten Tage soll das Studium dieses Buches zu einer Lebensbeschäftigung machen. Sonst gefährdet er seine Seele und vernachlässigt das, was seinem ganzen Leben spirituelle und logische Einheitlichkeit geben könnte. Es gibt einen Unterschied zwischen einem Bekehrten, der durch das Buch Mormon auf den Felsen Christi gegründet ist und sich an jener eisernen Stange festhält und einem der es nicht ist.
Vor über einem Vierteljahrhundert hat ein Mann in einer Rede hier im Tabernakel folgendes gesagt: „Als ich vor ein paar Jahren damit begann, als Anwalt zu praktizieren, waren einige meiner Angehörigen ein wenig besorgt. Sie befürchteten, ich könnte meinen Glauben verlieren. Ich wollte als Anwalt praktizieren, doch hatte ich den noch größeren Wunsch, meine Überzeugung zu behalten, und deshalb entschloß ich mich für eine einfache Methode, die ich Ihnen empfehle. Jeden Morgen las ich, bevor ich mit meiner Tagesarbeit begann, 30 Minuten lang im Buch Mormon .. . und in nur ein paar Minuten pro Tag las ich jedes Jahr, und das neun Jahre lang, das Buch Mormon durch. Ich weiß, daß dies bewirkt hat, daß ich in Einklang mit dem Geist des Herrn geblieben bin, sofern ich mit mir selbst in Einklang geblieben bin. Nichts, was ich kenne, hält uns so nahe am Geist des Herrn wie dies.” Das war Marion G. Romney. Ich wiederhole seinen Rat.
Was sollen wir also über das Buch Mormon sagen? Ich lege Zeugnis ab, daß es wirklich wahr ist. Ich weiß dies genauso, wie ich weiß, daß ich lebe. Wir bekräftigen das, was der Prophet Joseph Smith gesagt hat: „Ich sagte den Brüdern, daß das Buch Mormon das fehlerfreieste Buch auf Erden und der Schlußstein unserer Religion sei und daß ein Mensch, der die Lehren dieses Buches befolge, dadurch näher zu Gott kommen könne als durch jedes andere Buch.”
Mögen wir den Schlußstein kennen und gebrauchen und näher zu Gott kommen. Darum bitte ich im Namen Jesu Christi. Amen.
Ezra Taft Benson, August 1975
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