blogage.de > Das Buch Mormon > Eintrag > 10. May 2008 > Buch-Mormon-Forschung
  Anmelden | Login

Die folgenden kurzen Abhandlungen zum Buch Mormon stammen von einer wachsenden Zahl von Forschern, die das Buch Mormon auf neue und interessante Weise untersuchen. Ihre Forschungsarbeit hat sie davon überzeugt, daß es für uns in dem Buch noch viel zu entdecken gibt; sie sind allerdings auch davon überzeugt, daß seine wahre Stärke im geistigen Bereich liegt – daß uns, wenn wir es gebeterfüllt lesen und uns bemühen, nach den Grundsätzen zu leben, die darin gelehrt werden, seine Macht berührt, zu bekehren, von Jesus Christus und der Wiederherstellung Zeugnis zu geben und uns Gott näherzubringen.
Thumbnail?ffdaewaf
Im Altertum wurden bedeutsame Ereignisse auch auf Platten aus Gold, Silber, Bronze oder Blei aufgezeichnet.

Jesus Christus
Susan Easton Black: Jesus Christus spielt im Buch Mormon eine so zentrale Rolle, daß die Propheten, die ihr Zeugnis von ihm niedergeschrieben haben, seinen Namen durchschnittlich alle 1,7 Verse in irgendeiner Form nennen. Sie haben für Jesus Christus 101 Namen – vom ersten Verweis auf ihn als Herrn (1. Nephi 1:1) bis zum letzten als ewiger Richter (Moroni 10:34).
>Robert L. Millet: Ich bin fasziniert von Präsident Bensons Aussage, das Buch Mormon bringe die Menschen auf zweifache Weise zu Christus, nämlich erstens indem es Christus selbst offenbare und zweitens, indem es die Feinde :Christi bloßlege. Die Aussagen der Propheten auf den Messingplatten, die laut Nephi vollständiger und umfassender sind als unser Altes Testament (siehe 1. Nephi 13:20–24), drehen sich vor allem um Jesus Christus. Die Propheten Zenos, Zenoch, Nehum und Ezias wußten um das Wesen der Gottheit, und was sie über das Leben Jesu Christi geschrieben haben, ist konkret und direkt.

Bibliche und nahöstliche Studien

Stephen E. Robinson: In einem Zeitalter, wo die meisten Wissenschaftler außerhalb der Kirche die historische Wirklichkeit der Bibel leugnen, beweist das Buch Mormon, daß die Bibel korrekt ist, manchmal sogar sehr ausführlich, daß das Bild von Jesus, dem Sohn Gottes, das im Neuen Testament gezeichnet wird, historisch korrekt ist und daß das Zeugnis von Jesus, das die Urkirche gegeben hat, wahr ist. Ein Beispiel: die meisten Wissenschaftler schreiben den Großteil der Bergpredigt der Urkirche zu und leugnen, daß Jesus diese Worte jemals so gesprochen hat, wie sie in Matthäus aufgezeichnet sind. Das Buch Mormon dagegen bestätigt eindeutig die Aussage des Matthäus, der Herr habe diese Predigt selbst gehalten.
Gordon C. Thomasson: In mehr als dreißig Fällen wird im Buch Mormon deutlich gesagt (zumindest für jemanden, der etwas über die israelitische Religion weiß), daß seine Völker, bis auf die Jarediten, die vorher gekommen waren, die Religion des mosaischen Gesetzes praktizierten, einschließlich aller Feste und heiligen Tage, die auf dem Buch Exodus basieren. Text für Text ist reich an Bedeutung, wenn wir die Leute so betrachten, wie sie sich selbst darstellen – als Volk das darum bemüht war, „die Gebote des Herrn zu befolgen” und es mit dem „Beachten der Verordnungen Gottes gemäß dem Gesetz des Mose” genau zu nehmen (Alma 30:3).

Archäologiie und Anthropologie

Thumbnail?gfofdg%c3%b6fl
Im Altertum wurden bedeutsame Ereignisse auch auf Platten aus Gold, Silber, Bronze oder Blei aufgezeichnet.

John Sorenson: Es ist grundlegend wichtig, daß wir das Buch Mormon als Bericht wirklicher Menschen bestätigen, der sich mit wirklichen Situationen auseinandersetzt, die sich auch auf den heutigen Menschen beziehen lassen. Diese heilige Schrift wird allzu häufig so behandelt, als finde sie in einem nicht vorhandenen Land statt, mit Menschen, deren Lebensumstände wir weder verstehen noch auf uns beziehen können. In dem Maß, wie wir das Buch Mormon als echten Bericht wirklicher Menschen sehen, lernen wir auch die errettenden Lektionen, die sie uns lehren können.
Paul R. Cheesman: Joseph Smith hat erklärt, das Buch Mormon sei auf Metallplatten graviert. Die Forschung hat erbracht, daß die alte Welt wichtige Ereignisse auf Platten aus Gold, Silber, Bronze und Blei graviert hat. Im Buch Mormon ist auch vom Rad die Rede. Bisher sind in Nord– und Südamerika über hundert antike Gegenstände mit Rädern gefunden worden. Der Prophet Jospeh Smith hat erklärt, das Buch Mormon sei in einer Steinkiste vergraben gewesen. Seit das Buch veröffentlicht worden ist, sind über fünfzig Steinkisten gefunden worden, die viele verschiedene antike Schätze enthielten. Solche Forschungsergebnisse können Skeptiker und Wissenschaftler vielleicht dazu bewegen, das Buch doch in die Hand zu nehmen, es zu lesen und das Zeugnis zu erlangen, daß es wahr ist.
William Hamblin: Das Buch Mormon führt an, daß die nephitische Gesellschaft für ihr Überleben Festungswerke brauchte und Krieg führen mußte. Bis vor kurzem waren die Archäologen der festen Ansicht, zur Zeit des Buches Mormon seien Festungswerke in Zentralamerika selten gewesen. Die neuere Forschung hat allerdings ergeben, daß diese frühere Ansicht falsch war. Desgleichen war behauptet worden, im frühen Zentralamerika seien Pfeil und Bogen unbekannt gewesen. Inzwischen haben die Archäologen Pfeilspitzen, Pfeilschäfte und bildliche Darstellungen des Bogens gefunden.
Ich bin aber genauso sehr davon beeindruckt, daß bestimmte Formen der Kriegsführung im Buch Mormon nicht erwähnt werden. Wenn Joseph Smith bloß Gedanken aus der Bibel abgeschrieben hätte, könnte man erwarten, daß Streitwagen, Kavallerie, Belagerungsmaschinen und Rüstungen vorkämen. Im Buch Mormon finden sich zwar ausführliche Schilderungen der Kriegsführung und der Waffen, aber die biblischen Formen (bis auf die Streitwagen zur Fortbewegung) kommen nicht vor. Im Buch Mormon finden sich nur solche Gegenstände, wie sie in der präkolumbianischen zentral–amerikanischen Kriegsführung auch vorkamen.

Lehre
Robert J. Matthews: Ein wesentlicher Aspekt des Buches Mormon ist meiner Meinung nach der, daß das Buch kein ausgeklügeltes, logisches Argument für Jesus Christus ist, sondern vielmehr ein Bericht von Propheten, die ihn aus persönlicher Erfahrung kannten. Wesentlich ist auch, daß immer wieder nachdrücklich darauf hingewiesen wird, daß die Worte der Propheten wahr sind und sich buchstäblich erfüllen werden. Diese Punkte sind wichtig, da sie das Buch Mormon der Kategorie des göttlichen Zeugnisses zuordnen und nicht der Kategorie intellektueller, elitärer Ubungen.
Monte S. Nyman: Ich habe den Text des Buches Mormon im Licht von Nephis Anweisung an Jakob bezüglich dessen untersucht, was auf die kleinen Platten graviert werden sollte, nämlich: „Wenn es ein Predigen gebe, das heilig sei, oder eine Offenbarung, die bedeutend sei, oder eine Prophezeiung, dann solle ich die Hauptpunkte davon auf diese Platten gravieren.” (Jakob 1:4.) Der Großteil des Textes läßt sich einer dieser drei Kategorien zuordnen, Das Buch Mormon enthält wesentlich mehr Spirituelles als weltliche Geschichte.
Das Buch ist die Hauptquelle für die Lehre der Kirche. Das ist von Jesaja vorhergesagt worden (siehe Jesaja 29:24), und es ist auch einer der Hauptzwecke des Buchs (siehe LuB 20:17–36). Als der Herr gesagt hat, die Kirche stehe unter Schuldspruch, weil sie das Buch Mormon nicht ernst genug nehme, hat er auch gesagt, die Kirche müsse nicht nur sagen, was geschrieben steht, sondern es auch tun (siehe LuB 84:54–57).
Bruce A. Van Orden: Ich habe mich bemüht, aus dem Buch Mormon Grundsätze der Religionserziehung herauszuarbeiten, dazu den Charakter, die Entwicklung und die Persönlichkeit der Propheten und Lehrer in dem Buch und ihre Art zu unterrichten. Dabei habe ich über hundert nützliche Grundsätze herausgearbeitet und die Eigenschaften zahlreicher Lehrer sowie zahlreiche Unterrichtssituationen analysiert.
Einem guten Lehrer liegt beispielsweise das Wohlergehen der Seele seiner Schüler sehr am Herzen (siehe 2. Nephi 6:3; Alma 13:27–30). Ein guter Lehrer macht reichlich Gebrauch von der Schrift, um die Lehre zu erklären (siehe 2. Nephi 6:3,4; Alma 12:1; 3. Nephi 20:11,12). Ein Lehrer soll in Gebet und Danksagung seine Seele vor Gott ausschütten (siehe Alma 19:14). Die Art und Weise, wie große Lehrer bestimmte schwierige Aufgaben angegangen sind – beispielsweise Jakob gegenüber Scherern, König Benjamin gegenüber seinem Volk, Alma gegenüber seinen Söhnen und Jesus gegenüber der Menschenmenge und seinen Jüngern – kann uns als Beispiel für unseren Unterricht und Umgang mit anderen dienen.
Susan Easton Black: Im Buch Mormon wird nicht nur der Weg zum geistigen und materiellen Ruin deutlich beschrieben, sondern auch der Weg, der zu geistigem Wohlergehen führt. Ein großer Teil der nephitischen Aufzeichnungen wird von Krieg, Hunger und Vernichtung beherrscht, aber die glaubenstreuen Jünger haben den Weg gefunden und sind dem Beispiel Christi gefolgt. Die Forschung in diesem Bereich zeigt auf, ob unsere Entcheidungen zu Freude oder Leid führen, und sie zeigt auch auf, daß der Herr seine treuen Jünger nicht ohne Trost läßt.
C. Wilfred Griggs: Jedermann weiß, daß es zerstörerische Kräfte gibt, die weit über das Verstehen und die Widerstandskraft des Menschen hinausgehen. Das Buch Mormon gibt Zeugnis von der himmlischen Macht, die größer ist als alles andere und die erretten und erhöhen kann. Es ist ganz wesentlich, daß man das Buch Mormon kontinuierlich studiert, um zu lernen, wie man an Gottes Macht ewigen Anteil haben kann.

Die Autoren
Paul R. Cheesman, Emeritus, früher Professor für heilige Schriften des Altertums, Brigham Young University.
Susan Easton, außerordentliche Professorin für Geschichte und Lehre der Kirche, Brigham Young University.
C. Wilfred Griggs, Lehrbeauftragter für Altertumskunde, Religious Studies Center, Brigham Young University.
William Hamblin, Assistenzprofessor für Geschichte, University of Southern Mississippi, Hattiesburg. Robert J. Matthews, Dekan des Fachbereichs Religionserziehung, Brigham Young University.
Robert L. Millet, außerordentlicher Professor für heilige Schriften des Altertums, Brigham Young University.
Monte S. Nyman, stellvertretender Dekan des Fachbereichs Religionserziehung, Brigham Young University, sowie Leiter des Studienbereichs Buch Mormon, Religious Studies Center.
Stephen E. Robinson, Professor für heilige Schriften des Altertums, Brigham Young University. John Sorenson, Emeritus, früher Vorsitzender der Abteilung Anthropologie, Brigham Young University, Leiter der Stiftung „Foundation for Ancient Research and Mormon Studies” (FARMS).
Gordon C. Thomasson, Anthropologe, in der Entwicklungshilfe tätig.
Bruce A. Van Orden, Assistenzprofessor für Geschichte der Kirche, Brigham Young University
Dezember 1988

Querverweise (Trackbacks)



Noch keine vorhanden.

Kommentare Help Feed

Noch keine vorhanden.

Kommentieren


(nicht erforderlich)

Bitte trage den weißen Text in das Textfeld "Code" ein (Spamschutz).

c 8 R 7 b a