blogage.de > Das Buch Mormon > Eintrag > 16. February 2008 > Das Buch Mormon - von Gordon B. Hinckley
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Im August 1830 reiste Parley Parker Pratt als Laienprediger von Ohio in den östlichen Teil des Staates New York. In Newark begegnete er einem Baptistendiakon namens Hamlin, der ihm „von einem Buch, von einem seltsamen Buch, ja, von einem sehr seltsamen Buch” erzählte. „Dieses Buch, so sagte er, sei ursprünglich von einem Zweig der Stämme Israels auf Gold- oder Messingplatten geschrieben und von einem jungen Mann mit Hilfe von Visionen oder des Dienstes von Engeln in der Nähe von Palmyra im Staat New York entdeckt und übersetzt worden. Ich fragte ihn, wie und wo man das Buch bekommen könne. Er versprach mir, daß ich es mir am nächsten Tag bei ihm zu Hause ansehen dürfe. ... Am darauffolgenden Morgen besuchte ich ihn, und dort sah ich zum erstenmal das ,BUCH MORMON' - das Buch der Bücher ..., das das Hauptwerkzeug in Gottes Händen war, um den ganzen Verlauf meines zukünftigen Lebens Eifrig öffnete ich es und las das Titelblatt. Dann las ich das Zeugnis mehrerer Zeugen darüber, wie das Buch gefunden und übersetzt worden war ... Ich las den ganzen Tag; das Essen war mir eine Last. Ich hatte gar kein Verlangen nach Essen. Als dann die Nacht kam, wollte ich nicht schlafen; ich wollte lieber lesen statt schlafen. Als ich so las, ruhte der Geist des Herrn Herrn wußte und begriff, daß das Buch wahr war, und zwar so klar und deutlich, wie ich wußte, daß ich bin." (Autobiography of Parley P. Pratt, Seite 36f.)

Parley Pratt war damals 23 Jahre alt. Das Buch Mormon berührte ihn so tief, daß er sich bald taufen ließ und zu einem machtvollen Fürsprecher der Kirche wurde. Im Lauf seines Wirkens reiste er von Küste zu Küste der heutigen Vereinigten Staaten, nach Kanada und nach England und begann mit der Missionsarbeit auf den Inseln des Pazifik. Außerdem war er der erste Mormonenmissionar, der seinen Fuß auf südamerikanischen Boden setzte. 1857 - auf Mission in Arkansas - wurde er hinterrücks erschossen. Er wurde in einem ländlichen Gebiet in der Nähe des Ortes Alma begraben, und heute kennzeichnet ein großer Stein aus poliertem Granit diesen ruhigen Ort, die Stelle seines Grabes. Darauf eingraviert findet man Worte aus einem anderen seiner erhabenen Lieder, das gleichsam seine Vision von dem Werk darlegt, an dem er teilhatte.

Der Morgen naht, die Schatten fliehn,
seht, Zions Banner ist enthüllt!
Esdammer über jenen Höhn
zum schönsten Tag der ganzen Welt.

Der reinen Wahrheit göttlich Licht
zerstört des Irrtums falsche Macht.
Der Gott, der aus dem Himmel spricht,
hat seines Bundes noch gedacht.
(Gesangbuch Nr. 1)

Was Parley Pratt mit dem Buch Mormon erlebt hat, ist kein Einzelfall. Als die Exemplare der ersten Auflage in Umlauf gebracht und gelesen wurden, wurden Hunderte Menschen, die geistig stark waren, so tief berührt, daß sie alles aufgaben, was sie besaßen. In den folgenden Jahren ließen nicht wenige ihr Leben für ihr Zeugnis, da sie wußten, daß das Buch Mormon wahr ist.

So zeitlos wie die Wahrheit heute,
158 Jahre nach der ersten Veröffentlichung des Buches Mormon, wird dieses Buch mehr gelesen als je zuvor. Während die erste Auflage aus 5000 Exemplaren bestand, erreichen heutige Auflagen Millionenstärke. Das Buch wird heute in mehr als 70 Sprachen gedruckt.
Seine Botschaft ist so zeitlos wie die Wahrheit und so weltumfassend wie die Menschheit. Es ist das einzige Buch, das die Verheißung enthält, der Leser könne durch Gottes Macht mit Sicherheit wissen, daß es wahr ist.
Sein Ursprung ist wundersam; erfährt jemand davon, der ihn nicht bereits kennt, so kann er es kaum glauben. Doch das Buch ist da. Man kann es in die Hand nehmen und lesen. Niemand kann bestreiten, daß es da ist.
Alle Bemühungen, seinen Ursprung anders zu erklären, als Joseph Smith es dargelegt hat, sind gescheitert. Es ist ein Bericht über das alte Amerika. Es ist eine heilige Schrift der Neuen Welt, so wie die Bibel die heilige Schrift der Alten Welt ist. Die eine bezieht sich auf die andere. Jede hat die Macht der Inspiration, die Macht, zu überzeugen und zu bekehren. Zusammen sind sie zwei Hand in Hand gehende Zeugen dafür, daß Jesus Christus der auferstandene und lebendige Sohn des lebendigen Gottes ist.
Es enthält die Geschichte von Völkern, die schon vor langer Zeit vergangen sind. Aber es schildert auch die Probleme unserer heutigen Gesellschaft und ist daher so aktuell wie die Morgenzeitung, jedoch viel deutlicher und inspirierter, was die Lösung dieser Probleme angeht.
Ich kenne kein anderes Buch, das so deutlich schildert, was für tragische Folgen es hat, wenn die Menschen einen Weg beschreiten, der im Gegensatz zu den Geboten Gottes steht. Es berichtet von zwei unterschiedlichen Kulturen, die auf dem amerikanischen Kontinent erblühten. Jede begann als kleines, gottesfürchtiges Volk. Doch mit dem Wohlstand nahm auch die Sündhaftigkeit zu. Das Volk gab den Verlockungen ehrgeiziger, ränkevoller Führer nach, die es mit einer drückenden Steuerlast knechteten, mit leeren Versprechungen beruhigten, einen lockeren und wollüstigen Lebenswandel tolerierten und sogar noch förderten und es in schreckliche Kriege führten, die den Tod von Millionen und schließlich die gänzliche Vernichtung zweier hochentwickelter Kulturen zur Folge hatten, die zu unterschiedlichen Zeiten bestanden.
Die Geschichte dieser beiden hochentwickelten Kulturen, die uns im Buch Mormon warnend vor Augen gehalten wird, zeigt, daß wir zwar Wissenschaft, Bildung und Waffen brauchen, daß wir aber nur dann Gottes Schutz verdienen, wenn wir dabei rechtschaffen sind. Kein anderes schriftlich niedergelegtes Zeugnis veranschaulicht so klar, daß es Menschen und Völkern, die Gott fürchten und seine Gebote halten, wohl ergeht und daß sie gedeihen; schenken sie ihm und seinem Wort jedoch keine Beachtung, so gehen sie unter. Nur durch Rechtschaffenheit können sie ihren Untergang dann noch aufhalten. Das Buch Mormon bestätigt den folgenden Spruch aus dem Alten Testament: „Gerechtigkeit erhöht ein Volk, der Völker Schmach ist die Sünde.” (Sprichwörter 14:34.)

Eine Botschaft, die aufwühlt
, obwohl das Buch Mormon klar Stellung zu den Problemen bezieht, die unsere heutige Gesellschaft betreffen, besteht doch seine wichtigste Aussage in einem kraftvollen, wahren Zeugnis, nämlich daß Jesus der Christus ist, der verheißene Messias. Das Buch Mormon gibt Zeugnis von ihm, der auf den staubigen Wegen Palästinas gewandelt ist, Kranke geheilt und die Lehren der Errettung verkündet hat; der auf Golgatha am Kreuz gestorben, am dritten Tag aus dem Grab hervorgekommen und vielen erschienen ist vor seiner endgültigen Auffahrt in den Himmel auch dem Volk in Amerika. Über dieses Volk hatte er zu einem früheren Zeitpunkt gesagt: „Ich habe noch andere Schafe, die nicht aus diesem Stall sind; auch sie muß ich führen, und sie werden auf meine Stimme hören; dann wird es nur eine Herde geben und einen Hirten.” (Johannes 10:16.)
Jahrhundertelang stand die Bibel allein als schriftliches Zeugnis dafür da, daß Jesus von Nazaret der Sohn Gottes ist. Jetzt steht an ihrer Seite ein zweiter mächtiger Zeuge, der die Menschen zum Herrn führen soll.
Ein Mann hat davon erzählt, wie er zur Kirche gekommen ist, und gesagt:
„Ich hatte eine Verabredung mit einem bildhübschen Mädchen. Als ich sie abholte, sah ich auf dem Tisch ein Buch Mormon liegen. Ich hatte noch nie etwas vorn Buch Mormon gehört. Ich fing an, darin zu lesen. Ich fand Interesse. Ich besorgte mir ein Exemplar und las es durch.
Ich kannte nur die traditionellen Vorstellungen von Gott und Jesus Christus. Außerdem hatte ich noch nie ernsthaft über diesen Punkt nachgedacht. Aber als ich dieses Buch las, wurde mir der Sinn erleuchtet, und ich begriff ewige Wahrheiten. Mir wurde das Zeugnis zuteil, daß Gott unser ewiger Vater ist und daß Jesus Christus unser Erretter ist.”
Das Erlebnis dieses Mannes, der sich vom Buch Mormon beeinflussen ließ, ähnelt dem, was Millionen anderer Menschen während der vergangenen 158 Jahre erlebt haben.
Dasselbe Buch, das Brigham Young, Willard Richards, Orson und Parley Pratt und viele andere bekehrte, die in der Anfangszeit der Kirche zu Führern wurden, bekehrt heute Menschen - ob nun in Argentinien oder Finnland, in Ghana oder Taiwan, in Tonga oder anderswo, ja wo immer Männer und Frauen gebeterfüllt und mit wirklichem Vorsatz lesen. Moronis Verheißung, die er nach der Vernichtung seines Volkes in der Einsamkeit niederschrieb, geht jeden Tag in Erfüllung. (Siehe Moroni 10:4,5.)

Von der Wahrheit überzeugt
Jedesmal, wenn wir einen Menschen auffordern, das Buch Mormon zu lesen, tun wir ihm einen Gefallen. Wenn er es dann wirklich gebeterfüllt und mit dem aufrichtigen Wunsch liest, die Wahrheit zu erkennen, wird er durch die Macht des Heiligen Geistes fühlen, daß das Buch wahr ist.
Diese Erkenntnis führt ihn dann auch zu der Überzeugung, daß viele andere Lehren wahr sind. Wenn das Buch Mormon wahr ist, dann gibt es auch einen lebendigen Gott. Auf den Seiten des Buches Mormon finden wir Zeugnis um Zeugnis dafür, daß es den Vater wirklich gibt, daß er ein eigenständiges Wesen ist und daß er seine Kinder liebt und möchte, daß sie glücklich sind.
Wenn das Buch Mormon wahr ist, dann ist Jesus der Sohn Gottes, der Einziggezeugte des Vaters im Fleisch, der von Maria geboren wurde, einer „Jungfrau, überaus schön”, mehr als alle anderen Jungfrauen (siehe 1 Nephi 11:13-21) . Davon gibt das Buch Mormon in Worten Zeugnis, die in aller Literatur ihresgleichen suchen.
Wenn das Buch Mormon wahr ist, dann ist Jesus wirklich unser Erlöser, der Erretter der Welt. Das Buch Mormon ist nach eigener Aussage deshalb bewahrt worden und hervorgekommen, damit „die Juden und die Andern davon überzeugt werden, daß Jesus der Christus ist, der ewige Gott, der sich allen Nationen kundtut” (Titelblatt des Buches Mormon).
Wenn das Buch Mormon wahr ist, dann war Joseph Smith ein Prophet Gottes, denn er war das Werkzeug in Gottes Hand, durch das das Licht dieses Zeugnisses gebracht worden ist, nämlich daß unser Herr ein Gott ist.
Wenn dieses Buch wahr ist, dann ist Ezra Taft Benson ein Prophet, denn er hat alle Schlüssel, Kräfte und alle Vollmacht inne, die der Prophet Joseph Smith besaß, der ja das Werk der Letzten Tage hervorgebracht hat.
Wenn das Buch Mormon wahr ist, dann ist auch die Kirche wahr, denn dieselbe Vollmacht, die diese heiligen Aufzeichnungen hervorkommen ließ, besteht auch heute unter uns und tut sich bei uns kund. Mit dieser Kirche ist die Kirche wiederhergestellt worden, die der Erretter in Palästina aufgebaut hatte, und auch die Kirche, die er aufgebaut hatte, als er in Amerika erschien, wie ja im Buch Mormon berichtet wird.

Eine Prophezeiung geht in Erfüllung
Wenn das Buch Mormon wahr ist, dann ist auch die Bibel wahr. Die Bibel ist das Zeugnis der Alten Welt; das Buch Mormon ist das Zeugnis der Neuen Welt. Die Bibel enthält die Aufzeichnungen Judas, das Buch Mormon die Aufzeichnungen Josefs. Beide sind in Erfüllung der Prophezeiung Ezechiels (siehe Ezechiel 37:19) in der Hand des Herrn eins geworden. Gemeinsam verkünden sie, daß der Erlöser der Welt unser König ist und daß sein Königreich wirklich besteht.
Das Buch Mormon hat Männer und Frauen in vielen Ländern angerührt. Wer es gebeterfüllt gelesen hat, der ist unter seinem Einfluß geistig gewachsen, unabhängig davon, ob er arm oder reich, gebildet oder ungebildet war.
Ich möchte Ihnen von einem Brief erzählen, den ich vor einigen Jahren erhielt. Ein Mann schrieb mir: „Ich sitze im Gefängnis. Vor kurzem hin ich in der Gefängnisbibliothek auf ein Buch Mormon gestoßen. Ich habe es gelesen, und als ich an der Stelle war, wo Mormon beklagt, daß sein Volk vom Glauben abgefallen ist - ,O ihr Schönen, wie konntet ihr von den Wegen des Herrn abweichen? 0 ihr Schönen, wie konntet ihr diesen Jesus verwerfen, der mit offenen Armen dastand, euch zu empfangen?
Siehe, wenn ihr dies nicht getan hättet, wäret ihr nicht gefallen' (Mormon 6:17,18) -, als ich das las, hatte ich das Gefühl, Mormon spräche direkt zu mir. Kann' ich ein eigenes Exemplar des Buches Mormon bekommen?”
Wir haben ihm ein Buch Mormon geschickt. Bald darauf kam er zu mir ins Büro - ein von Grund auf geänderter Mensch. Er hatte sich vom Geist des Buches Mormon anrühren lassen und ist heute - rehabilitiert - ein erfolgreicher Mann, der auf ehrliche Weise den Lebensunterhalt für sich und seine Familie verdient.
Solch einen Einfluß übt dieses Buch auf die Menschen aus, die es gebeterfüllt lesen!
Brüder und Schwestern, ich verheiße Ihnen vorbehaltlos: Wenn Sie das Buch Mormon gebeterfüllt lesen - unabhängig davon, wie oft Sie es bereits gelesen haben -, dann wird der Geist des Herrn stärker in Ihrer Familie zu spüren sein. Sie werden sich noch fester entschließen, Gottes Gebote zu befolgen, und sie werden ein festeres Zeugnis empfangen, daß der Sohn Gottes wirklich lebt.

Oktober 88

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